Karriereberater auf der Hannover Messe 2018

„Es sollte vermieden werden, dass nach der vielen Theorie an den Hochschulen der Praxisschock einsetzt.“

Das Studium ist oftmals sehr theorielastig und hat wenig mit der Arbeit zu tun, die später auf die Absolventen und Absolventinnen zukommt. Daher ist es wichtig, auch schon während des Studiums praktische Erfahrung zu sammeln.Unser Karriereberater Carsten Knoop zeigt wie das gelingen kann und gibt euch viele weitere nützliche Tipps.

Bitte stellen Sie sich kurz vor:

Mein Name ist Carsten Knoop und ich verfüge über 40 Jahre Berufserfahrung als Bankkaufmann, Software-Entwickler, IT-Projektmanager, IT-Vertriebsleiter und nun seit 7 Jahren als Personalberater. Meine Schwerpunkte liegen in den Bereichen rund um die IT, Einkauf/Verkauf und auch viele Ingenieurspositionen. Des Weiteren suche ich mit einem Partner zusammen Unternehmensnachfolger für UnternehmerInnen mit ca. 5 – 50 Mitarbeitern, die selbst keine Nachfolger finden.

Warum engagieren Sie sich im Rahmen der Hannover Messe in Sachen Karriereberatung am VDI-Stand?

Der VDI ist eine sehr renommierte Organisation für die Ingenieure und bietet diesen eine hervorragende Plattform für die Karriereentwicklung vom Absolventen der Universitäten bis hin zum erfahrenen Ingenieur. Drei Gründe sind für mich ausschlaggebend: 1. möchte ich meine Erfahrungen und Wissen gerne mit den Ratsuchenden teilen die im Berufsleben vorankommen möchten. 2. biete sich mir die Möglichkeit mein Wissen weiter auszubauen um noch besser zu werden. 3. Weiterer Ausbau meines persönlichen Netzwerkes

Ich freue mich jedes Jahr wieder dabei zu sein um auf dem großen und hervorragend aufgebauten Stand vom VDI meine Beratungsgespräche durchführen zu können. Die sehr gute Organisation macht es mir einfach teilzunehmen und zwischendurch den Erfahrungsaustausch mit Kollegen zu pflegen.

Was ist Ihr „Spezialgebiet“ wenn es um die Beratung geht?

Durch meine lange Berufserfahrung in unterschiedlichen Firmen kann ich Absolventen den Unterschied der Organisationen aus eigener Erfahrung erklären. Ich war 10 Jahre in einer Sparkasse (quasi öffentlicher Dienst), 15 Jahre in einem Weltkonzern, 8 Jahr in Inhaber geführten Mittelstandsunternehmen beschäftigt und nun in der Selbstständigkeit. Ich habe Fusionen, Ausgliederungen, Verkäufe, Zukäufe und Entlassung mitgestaltet, durchlebt bzw. erlebt. Diese eigenen praktischen Erfahrungen setzte ich gerne ein, wenn Absolventen nicht wissen ob sie sich für ein Groß- oder Mittelstandsunternehmen entscheiden sollen oder wenn sie in der gewählten Branche vom jeweiligen größten bzw. bekanntesten Unternehmen eine Absage erhalten haben.

Was raten Sie Studierenden, wie sie sich bestmöglich auf den Berufseinstieg vorbereiten können?

Ein Abschluss kommt nicht über Nacht, sondern man hat vorher einige Jahre studiert. Bereits vor dem Bachelor sollte man sich über den Beruf und der Arbeitswelt Gedanken machen. Die finanzielle Ausstattung der Studierenden ist höchst unterschiedlich und zwingt manche zu einer Nebentätigkeit während des Studiums. Hier kann ich nur empfehlen sich eine Tätigkeit zu suchen, die sich möglichst nah an den Studieninhalten orientiert. Das ist nicht immer ganz einfach aber immer nur den „Kellner-Job“ anzustreben, hilft nur selten weiter sich entsprechend vorzubereiten. Es sollte vermieden werden, dass nach der vielen Theorie an den Hochschulen der Praxisschock einsetzt. Auch Studierende die nicht gezwungen sind nebenbei zu arbeiten, sollten sich durch Praktika in der entsprechenden Fachrichtung vorbereiten. Ganz wichtig zu wissen: Welche Tätigkeit möchte ich nicht ausüben, weil ich sie nicht kann oder als langweilig etc. empfinde.

Wie beurteilen Sie die Rolle der sozialen Medien im Bewerbungsprozess?

Die sozialen Medien sind jetzt im Bewerbungsprozess voll etabliert und akzeptiert. Es gibt aber noch Verbesserungspotenzial auf beiden Seiten. Bewerber sollten sich die richtigen Plattformen aussuchen und sich mit ihren Kenntnissen und Fähigkeiten angemessen präsentieren und nicht übertreiben. Bei einigen Firmen fehlt es an Klarheit in der Darstellung und so mancher Dialog im Bewerbungsablauf ist zu kompliziert. Auch ich nutze die Plattformen aktiv für die Suche und schalte Anzeigen. Doch alles nur über die sozialen Medien abzudecken funktioniert nicht. Wichtig bleiben auch die persönlichen Kontakte. Daher empfehle ich insbesondere den Absolventen auch Vorträge, Ausstellungen und Messen zu besuchen um das persönliche Netzwerk auszubauen.

Welche drei Dinge sollten Bewerber unbedingt mitbringen, wenn sie die Karriereberatung am VDI-Stand nutzen möchten?

  • Einen fertigen Lebenslauf und mindestens 3 klar formulierte Fragen. Weitere kommen dann oft im Verlauf des Gespräches hinzu.
  • Wenn ein Anschreiben verfasst wurde auch die dazugehörige Stellenbeschreibung. Fehlt die Stellenbeschreibung, dann kann eine umfassende Durchsprache nicht erfolgen.
  • Offenheit – Die Person muss von Anbeginn offen kommunizieren. Dazu gehört auch das Offenlegen von Ängsten und Befürchtungen Rund um den Bewerbungsprozess bis hinein ins private.

Das Beratungsgespräch ist immer ein 4-Augengespräche und die Vertraulichkeit bleibt stets gewahrt. Es besteht keine Notwendigkeit mit vermeintlichen „komischen“ Fragen oder Antworten „hinter dem Berg“ zu halten.

Karriereberatung speziell für VDI-Mitglieder gibt es auch in diesem Jahr wieder im Rahmen der Hannover Messe vom 23. bis 27. April auf dem VDI-Stand. Wer noch kein Mitglied ist, kann das schnell und einfach werden. Diese Vorteile hat eine Mitgliedschaft im größten Ingenieurverein Europas. Hier haben wir noch 10 Gründe fur Euch, warum Ihr den VDI auf der Hannover Messe besuchen solltet. Wir freuen uns auf Euren Besuch!

Das Interview führte: Julia Rosek
Aufgabe beim VDI: Karriereberatung

 

 

 

 

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