Das sagt die Forschung zum automatisierten Fahren

Bequemer – und auch sicherer?

Unfälle vermeiden, die Verkehrssicherheit erhöhen, auf lange Sicht sogar das Ziel der Europäischen Kommission „null Verkehrstote“ anpeilen: Die Erwartungen an das automatisierte Fahren gerade unter Sicherheitsaspekten sind hoch. Doch lassen sie sich tatsächlich in der Praxis erfüllen, ist die Maschine mit ihren Algorithmen so viel besser als der Mensch mit seiner Intuition?

Bild: VDI Wissensforum
Antworten darauf suchen Forscher weltweit. Über den aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse berichtet Dr.-Ing. Adrian Zlocki, Bereichsleiter Fahrerassistenz von der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen im Rahmen der VDI-Konferenz „Safety Systems“

Der Faktor Mensch und die damit verbundenen Risiken

Bild: privat

Adrian Zlocki, Bereichsleiter Fahrerassistenz von der Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen mbH Aachen

In der Tat weiß die Forschung, dass ein Großteil der Unfälle durch menschliche Fehler verursacht wird. So gut das Reaktionsvermögen und das blitzschnelle Einschätzen von Situationen häufig auch sind – es gibt andere Situationen, in denen der Mensch unkonzentriert, abgelenkt, überfordert oder übermüdet ist und dadurch Fehler begeht. „Einen Teil dieses typischen Unfallgeschehens kann das automatisierte Fahren zumindest auf mittelfristige Sicht tatsächlich adressieren“, berichtet Zlocki. „Unfallzahlen gleich Null erscheinen mir zwar unrealistisch. Aber eine Vielzahl an Unfällen wären in jedem Fall vermeidbar.“ Bei dieser Prognose stützt er sich auf solide Erfahrungswerte: Technische Fortschritte wie etwa die breite Einführung von ESP haben schon in der Vergangenheit Unfallzahlen signifikant sinken lassen.

Studien untersuchen Wirkung von Fahrerassistenzsystemen auf das Unfallgeschehen

„Automatische Systeme sind nie müde, überfordert oder unkonzentriert. Zusätzlich treten auch typische, durch Menschen verursachte Fahrsituationen seltener auf – ein häufiges Spurwechseln etwa. Das kann zusätzlich helfen, Unfallrisiken zu minimieren“, erklärt der Referent der VDI-Konferenz. Was der Einfluss der Fahrsysteme in Zahlen für das Unfallgeschehen bedeuten kann, sollen neue Studien ergeben. Zlocki wird dazu im Rahmen der Konferenz eine neu entwickelte Methodik zur Wirkungsanalyse des Automatisierten Fahrens und erste daraus resultierende Ergebnisse vorstellen. „Zusätzlich brauchen wir aber auch Erfahrungswerte aus dem Feld“, unterstreicht er und verweist auf das europaweite Forschungsprojekte L3Pilot, an dem namhafte europäische OEMs, Versicherer und Forschungseinrichtungen beteiligt sind. Auch über den Stand dieses Projektes wird der Experte für Fahrerassistenzsysteme und Fahrzeugautomatisierung berichten.

tomas-frohnAutor: Thomas Frohn
Position im VDI Wissensforum: Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

 

 

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