Karriereberater des Monats

„Mündliche Kommunikation verbessern“

In der VDI-Karriereberatung checken rund 80 Berater gemeinsam mit Ingenieuren ihre Bewerbungen, Zeugnisse oder geben Tipps. Heute stellen wir Undine Stricker-Berghoff vor. Sie ist seit 2005 als Career, Business und Executive Coach und Consultant für strategisches Management und operatives Marketing in ihrem eigenen Ingenieurbüro ProEconomy in Travemünde aktiv. Darüber hinaus berät sie Ingenieure bei Karrierefragen. Im Interview schildert sie Ihre Leidenschaft für Beratung und gibt Tipps für das Bewerbungsanschreiben.

Bild: shutterstock_Rawpixel.com_384111052Beschreiben Sie kurz Ihren beruflichen Werdegang.

Ich habe an der Ruhr-Universität Bochum Maschinenbau studiert. Später habe ich mich auch noch als Chartered Engineer, Member of the Energy Institute, in London/UK akkreditiert.

Meine Karriere habe ich als Energieberaterin in Italien und der Schweiz begonnen. Zurück in Deutschland war ich beim VDI Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der VDI-Gesellschaft Energietechnik, Geschäftsführerin der VDI-Gesellschaft Technische Gebäudeausrüstung und zusätzlich Leiterin der VDI-Abteilung Richtlinien. Im Anschluss habe ich eine Amtszeit als Hauptgeschäftsführerin der IHK Lübeck absolviert. Danach habe ich als Geschäftsführerin den VFA-Interlift – Verband für Aufzugstechnik auf- und ausgebaut.

Wo arbeiten Sie aktuell und in welcher Funktion?

Seit 2005 bin ich als Career, Business und Executive Coach und Consultant für strategisches Management und operatives Marketing in meinem eigenen Ingenieurbüro ProEconomy in Travemünde aktiv. Technische Schwerpunkte sind die Energie- und Gebäudetechnik. Zurzeit baue ich zum Beispiel auf der Hannover Messe das neue Thema GebäudeEnergetik auf.

Warum engagieren Sie sich als  Karriereberaterin im VDI?

Bild: privat

VDI Karriereberaterin Undine Stricker-Berghoff

Ich bin dem Verein seit langem eng verbunden. Gerne gebe ich die guten Informationen und Kontakte im Verein in Form von ehrenamtlichem Engagement zurück. Zurzeit bin ich auch Vorsitzende von zwei Richtlinienblättern VDI 3922 Energieberatung Blatt 1 „Energieberatungsprozess“ und Blatt 2 „Feststellen der Kompetenz von Energieberatern“ Außerdem vertrete ich als Vorstand das VDI- Netzwerk „Frauen im Ingenieurberuf“ im Deutschen Frauenrat und im LandesFrauenRat Schleswig-Holstein.

Welche Art von Beratung führen Sie durch?

Ich begleite u.a. Ingenieurinnen und Ingenieure bei der Planung Ihrer Karriere. Ausgehend von den Berufszielen inklusive Selbstständigkeit erarbeite oder optimiere ich zusammen mit den Coachees die dafür benötigten Unterlagen wie Anschreiben, Lebensläufe und Zeugnisse aber auch Business Pläne und Marketing-Konzepte. Ein großer Teil meiner Arbeit umfasst die Verbesserung der mündlichen Kommunikation durch individuelle Trainings. Gerade Ingenieure haben hier oft noch große Potentiale.

Gibt es bestimmte Fragen, die Ihnen oft bei der Karriereberatung gestellt werden?

Viele Ingenieure überlegen früher oder später, ob sie einen Master oder MBA machen oder gar promovieren sollen. Diese Frage kann man belastbar nur beantworten, wenn der Einzelne sein Berufsziel kennt. Daran misst sich, ob sich der oft erhebliche zeitliche und finanzielle Aufwand lohnt.

Zum Beispiel braucht man als Projektleiter zwar betriebswirtschaftliche Kenntnisse, aber nicht in der Tiefe und Ausrichtung, wie sie bei einem MBA vermittelt werden, der ursprünglich eher zum Führen von Unternehmensbereichen oder gar ganzen Unternehmen ausgelegt war. Mit einer zertifizierten berufsbegleitenden Projektmanagement-Weiterbildung, die auch in angemessenem Umfang z.B. Themen wie Kosten und Finanzmittel enthält, ist man bei diesem Berufsziel besser bedient.

Verraten Sie uns einen Karrieretipp, den Sie regelmäßig Ihren Kandidaten/Bewerbern mit auf den Weg geben?

Gerne etwas ganz Praktisches, das ich fast jedes Mal nenne: Zu jeder Bewerbung gehört ein Anschreiben. In Deutschland ist alles genormt – sogar, wie ein Geschäftsbrief auszusehen hat. Deshalb muss das Layout nach DIN 5008 erfolgen statt der oft ingenieurmäßig höchst kreativen Gestaltung. Muster finden sich im Internet z.B. zur Position des Absenders oder der Gestaltung des Betreffs. So zeigt man dem/der Empfänger/in der Bewerbung, dass man sich im Geschäftsleben auskennt. Schneller und einfacher kann man mit einer Bewerbung direkt am Anfang des Prozesses keinen zusätzlichen Pluspunkt bekommen.

Das Interview führte: Julia Rosek
Aufgabe beim VDI: Karriereberatung

 

 

 

 

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