CONCAR-EXPO 2018

Automotive Security: Keine Zeit verlieren

Beim Thema Automotive Security ist hohe Dringlichkeit gegeben: Zwar ist es unschätzbar gut, wenn die zunehmende Konnektivität dazu beiträgt, Unfälle zu vermeiden. Doch wenn sich ursprünglich geschlossene Systeme öffnen, dann müssen auch potenzielle Cyber-Angriffe ausgeschlossen werden.

Bild: VDI Wissensforum

Für Dr.-Ing. Sebastian Labitzke ist Head of Competence Center Security der ITK Engineering GmbH und Referent auf der CONCAR-EXPO 2018.

Die Hersteller von Pkws, Nutzfahrzeugen, Landmaschinen und Zügen haben die Problematik begriffen: „Viele OEM’s investieren in Security-Konzepte, um ein adäquates Sicherheitsniveau zu erreichem“, schildert Labitzke.

Was der IT-Experte unter einem „adäquaten Sicherheitsniveau“ versteht, veranschaulicht er mit einem Beispiel: „Ich vergleiche das immer mit einem Zaun: Wenn er seinen Zweck erfüllen soll, müssen alle Latten befestigt sein, sich nicht bewegen und auch nicht leicht lösen lassen.“ Da die Angriffe auf die Systeme mit der Konnektivität der Fahrzeuge zunehmen, steigen auch die Herausforderungen an die Unternehmen: Die Budgets, die sie zur Entwicklung von Abwehrstrategien gegen Cyber-Angriffe einrichten, steigen. „Das Thema wird wichtiger“, sagt Labitzke.

Bild: ITK Engineering“

Dr.-Ing. Sebastian Labitzke, Head of Competence Center Security, ITK Engineering GmbH

Investments aus neuem Blickwinkel bewerten

Wie hoch der Aufwand für OEM’s konkret ist, hängt von der jeweiligen Situation ab. „Der Aufwand lohnt sich immer, ist aber schwer zu berechnen.“ Labitzke empfiehlt an dieser Stelle einen Wechsel der Perspektive: „Der Fokus sollte nicht darauf liegen, wieviel ich investiere. Stattdessen sollten wir in den Blick nehmen, was wir nicht mehr haben, wenn wir alles verlieren.“ Denn Reputationsschäden, die durch Sicherheitsmängel entstehen, können existenziell sein – gerade dann, wenn Menschen zu Schaden kommen können. Grundsätzlich steige die Gefahr eines Angriffs, je mehr Fahrzeuge miteinander vernetzt seien.

Neue Herausforderungen für die Sicherheit

Labitzke hat aber auch eine beruhigende Nachricht: Bei den Prozesse rund um das Sicherheits-Engineering steige deutlich der Reifegrad. Hierzu gehören Guidelines, nach denen zu programmieren ist; was beachtet werden muss, damit der „Zaun“ keine Löcher aufweist. Ganz wichtig ist die Geheimhaltung des kryptografischen Schlüssels. „All das muss im Entwicklungsprozess berücksichtigt werden.“ Eine weitere große Herausforderung sieht er darin, Teams aus Fachleuten mit adäquaten Qualifikationen zusammenzustellen. Um gemeinsame Bausteine und grundsätzliche Prozesse zu entwickeln, haben Kooperationen und Standardisierungen eine große Bedeutung – wie dies beispielsweise im Bereich der Landmaschinen erfolgreich geschieht. „Die Handwerkskunst besteht dann darin, die richtigen Bausteine für das jeweilige System auszuwählen.“

Vor dem Hintergrund der Schnelligkeit und Beweglichkeit der Angreifer befürwortet Labitzke Over-the-air-Updates: „Wenn die einzige Möglichkeit für ein Sicherheitsupdate darin besteht, eine Werkstatt aufzusuchen, ist das zu kostenintensiv.“ Auch per CD sei der Aufwand zu hoch. „Over-the-air ist ein zukunftsfähiger Baustein.“

Die ITK Engineering GmbH finden Besucher der CONCAR-EXPO an Stand 33

VDI-Mitgliedervorteile

Der VDI – Verein Deutscher Ingenieure e.V. lädt seine Mitglieder herzlich zu einem Besuch der CONCAR-EXPO 2018 ein. Sie haben freien Zutritt. Im Mitgliederbereich können Sie ihr kostenloses Tagesticket zur Messe sichern. Im Preis nicht inbegriffen ist der Besuch des begleitenden Kongresses.

 

Autor: Thomas Frohn
Position im VDI Wissensforum: Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

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