Ein Interview mit einer Studienpreisträgerin und einem ehemaligen Teilnehmer.

DRIVE-E – Plattform für Ideen und Wissensaustausch zur Elektromobilität

Die DRIVE-E Bewerbungsphase geht in die Zielgerade. Genau der richtige Zeitpunkt, mit zwei Ehemaligen über Elektromobilität, Zukunft und das DRIVE-E-Programm zu sprechen.

Bild: DRIVE-E/ Uli Regenscheit

DRIVE-E-Akademie 2017

Verena Müller (25) ist mittlerweile Doktorandin im Bereich Materialforschung-Akkumulatoren am Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung (ZSW) in Ulm. Sie hat an der FAU Elektrotechnik studiert und 2015 an der DRIVE-E-Akademie teilgenommen. 2017 erhielt sie für ihre Masterarbeit den DRIVE-E-Studienpreis.

Stefan Schneider (28) arbeitet als Produktmanager bei der e.GO Mobile AG. Er hat Wirtschaftsingenieurwesen studiert und 2016 an der DRIVE-E-Akademie teilgenommen. Im darauffolgenden Jahr sprach er als Referent bei der DRIVE-E-Akademie 2017.

Das ganze Spektrum der Elektromobilität steckt voller Innovationspotenzial. Die Ideen grenzen an das technisch Mögliche, z.B. völlig vernetzte und autonom fahrende Autos, sowie das sozial Gewünschte, d.h. eine nachhaltigere Gesellschaft und eine Sharing Economy. Wie stellen Sie sich die Zukunft der Elektromobilität bzw. die zukünftige Rolle der Elektromobilität vor? Welche Entwicklung würden Sie sich in der Branche wünschen? Vor allem: Wie tragen Sie durch Ihre Arbeit dazu bei, diese Zukunft zu gestalten?

Verena Müller: Ich wünsche mir, dass in den nächsten Jahren immer mehr E-Autos auf die deutschen Straßen kommen. Dabei sehe ich die größten Potenziale für Kleinwagen vor allem in städtischen Gebieten, dazu muss aber natürlich die Akzeptanz in der Bevölkerung steigen. Um das umzusetzen, müsste die Ladeinfrastruktur deutlich verbessert werden und auch der Preis für die Anschaffung von E-Autos, der heutzutage leider hauptsächlich von den Kosten für die Batterietechnologie abhängt, sinken. Am ZSW in Ulm wird daher an innovativen Lösungen für neue Materialien und Produktionstechniken von Li-Ionen Batteriezellen gearbeitet, wozu ich mit meiner Promotion auch einen kleinen Teil beitragen darf.

Stefan Schneider: Die Elektromobilität wird in der zukünftigen, individuellen Mobilität ein wichtiger Baustein sein, jedoch muss aus meiner Sicht der jeweilige Anwendungsfall passen. Kleinfahrzeuge, wie z. B. der e.GO Life, werden die Zukunft in der Stadt prägen. Es ergibt jedoch keinen Sinn, alle Fahrzeuge mit riesigen Batterien auszustatten, nur um die wenigen Fahrten im Jahr mit einem eigenen Fahrzeug abdecken zu können, für die der Besitzer solch große Reichweiten braucht.

Durch die Elektromobilität werden die Nutzer bereits mit Umstellungen bei der individuellen Mobilität konfrontiert, deshalb ist jetzt der optimale Zeitpunkt, die Mobilität für Einzelpersonen grundsätzlich zu überdenken. Innenstädte mit intermodalen Mobilitätsoptionen wie autonomen, elektrischen Bussen sowie Bike- und Carsharing-Systemen auszustatten, sehe ich als die bessere Option an.

Ich wünsche mir, dass die klassischen Automobilhersteller den Umbruch innerhalb ihrer Unternehmen mit mehr Nachdruck vorantreiben. Die Elektromobilität bietet in ihrem erweiterten Ökosystem so viele Optionen, die es ermöglichen, sich von der Denkweise eines reinen Fahrzeuganbieters zu verabschieden. Das volle Potenzial der Elektromobilität wird dabei meiner Ansicht nach momentan noch nicht ausgeschöpft. Vor allem die Integration von Elektrofahrzeugen in den Energiemarkt sehe ich als große Chance zur Weiterentwicklung, was ich auch in meiner Funktion als verantwortlicher Produktmanager für die Ladeinfrastruktur bei e.GO vorantreibe.

Bild: Stefan Schneider

Welchen Mehrwert hatte die Teilnahme am DRIVE-E-Programm (Akademie und Studienpreis) für Sie?

Verena Müller: Die Drive-E Akademie bietet eine tolle Plattform, um sich über die aktuellen Themen der Elektromobilität auszutauschen und viele interessante Einblicke in die Forschung und Industrie zu erhalten. Für mich war vor allem interessant zu sehen, welche Richtungen die unterschiedlichen besuchten Unternehmen einschlagen und worauf die neuen Entwicklungsschwerpunkte gelegt werden. Der Studienpreis und die Preisverleihung zwei Jahre später waren für mich dann nochmal ein Highlight und eine große Motivation während der Zeit der Masterarbeit.

Stefan Schneider: Die Begeisterung, die ich bereits vorher für die Elektromobilität empfunden habe, hat sich durch die Akademie noch weiter gesteigert, da ich auch tiefer in Themen einsteigen konnte, die ich bis dahin nicht ganz auf dem Schirm hatte.

Die Tatsache, dass viele Teilnehmer bereits ein großes Vorwissen im Bereich der Elektromobilität mitbrachten, war klasse. Das hat es ermöglicht, direkt ohne Einführung sehr tief über spezielle Problemstellungen zu diskutieren und nicht wie sonst üblich zunächst die Grundlagendiskussionen führen zu müssen.

Darüber hinaus hat sich durch die Akademie sogar ein ganz konkreter Mehrwert in meiner jetzigen Arbeit ergeben: Mit einem weiteren DRIVE-E-Alumni, der ein Start-Up im Bereich Ladeinfrastruktur gegründet hat, hat sich durch unseren persönlichen Kontakt nun eine Kooperation ergeben, über die ich mich sehr freue. Den Netzwerkgedanken der DRIVE-E-Akademie sollte man also nicht unterschätzen.

Was möchten Sie heutigen Studienanfänger*innen und Studierenden sowie den diesjährigen DRIVE-E-Teilnehmer*innen mit auf den Weg geben? Was wissen Sie heute, was Sie gerne damals gewusst hätten?

Verena Müller: Ich rate jedem Teilnehmer, die Möglichkeiten voll auszuschöpfen, das heißt, viele Fragen zu stellen und vor allem auch Networking zu betreiben. Während der Akademie hat man die Möglichkeit, viele interessante Menschen bei den Vorträgen und Exkursionen, aber auch unter den Teilnehmern kennenzulernen. Man sollte sich vorher überlegen, mit welchem Ziel man zur Akademie fährt, sucht man zum Beispiel eine Praktikumsstelle oder einfach nur Ideen für das Thema der anstehenden Abschlussarbeit, ist man dort genau richtig.

Bild: DRIVE-E/Uli Regenscheit

Prof. Dr. Alexander Kurz, Vorstand Fraunhofer-Gesellschaft Personal, Recht und Verwertung, Verena Müller und Hermann Riehl Referatsleiter Elektronik, autonomes Fahren (BMBF).

Stefan Schneider: Die Elektromobilität befindet sich noch ganz am Anfang der Entwicklung. Deshalb ist es auch im Moment so spannend dabei zu sein, weil man einen großen Teil dazu beitragen kann, einer ganzen Branche zum Durchbruch zu verhelfen. Ich empfehle jedem, der für die Elektromobilität brennt, seinen Ideen zu vertrauen und seine Visionen der Elektromobilität ohne Scheu einzubringen. Man trifft in dieser Branche überall auf offene Ohren für Innovationen, neue Geschäftsmodelle und mauereinreißende Gedanken.

Nutzen auch Sie Ihre Chance! Bewerben Sie sich jetzt für die DRIVE-E-Akademie und den DRIVE-E-Studienpreis unter www.drive-e.org

Die DRIVE-E-Akademie und der gleichnamige Studienpreis sind das gemeinsame Nachwuchsprogramm zur Elektromobilität des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Fraunhofer-Gesellschaft. Diesjähriger Hochschulpartner ist die Hochschule München und dem dortigen Institut für Engineering Design of Mechatronic Systems Die DRIVE-E-Akademie findet vom 09.-14. September 2018 statt.

Ansprechpartner für Studierende:
Valentin Willaredt
DRIVE-E-Kontaktbüro
LoeschHundLiepold Kommunikation GmbH
Tel.: 030/4000 652-22
Fax: 030/4000 652-20
E-Mail: drive-e@lhlk.de

Ansprechpartnerin für Presse
Julia Knifka, MA
Projektkoordination
Nachwuchsförderung und Fachinformation Elektroniksysteme/Elektromobilität im Auftrag des Bundesministeriums für Bildung und Forschung

Technologieberaterin
Innovationsbegleitung & Innovationsberatung –
VDI Technologiezentrum GmbH
VDI-Platz 1, 40468 Düsseldorf
Tel.:  +49 (0) 2 11 62 14- 652
E-Mail: knifka@vdi.de

 

 

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