Chips-Verzehr während der WM

Knabbern Sie ein Stück Ingenieurkunst

Der durchschnittliche monatliche Kartoffelchipsverbrauch der Deutschen, egal ob Rentner oder Säugling, liegt bei knapp 100 Gramm. Saisonale Ereignisse wie eine Fußball-WM lassen diesen jedoch in die Höhe schnellen. Bevor die unscheinbare Knolle jedoch als Snack mit Suchtpotenzial auf den Wohnzimmertischen der Fußballfans landet, muss sie zahlreiche – in der Regel vollautomatisierte – Behandlungsschritte durchlaufen.

Bild: shutterstock_ givaga

Von der Knolle zum Knabberspaß
Dazu zählen nicht nur sortieren und reinigen, sondern auch schälen, schneiden, waschen, frittieren, würzen und verpacken. Von besonderer Bedeutung ist dabei die Reduzierung des Wassergehalts von ursprünglich ungefähr 80 Prozent auf etwa 1,5 Prozent während des Frittiervorgangs. Je nach Beschaffenheit der Kartoffeln kann dieser Vorgang, der kontinuierlich abläuft, zwischen zweieinhalb und sieben Minuten dauern. Das Frittieröl weist dabei in der Regel Temperaturen zwischen 160 °C und 180 °C auf. Darüber hinaus ist die Entfernung der beim Schneiden freigesetzten Stärke wichtig, damit der Verbraucher tatsächlich Chips erhält und keine undefinierbare Masse.

Produkt mit Wiedererkennungswert
Die Ingenieurkunst liegt nun darin, einen natürlichen Rohstoff, dessen Eigenschaften sorten- und lagerungsbedingt teilweise erheblich variieren, zu einem Produkt mit Wiedererkennungswert umzugestalten – der erfahrene Chipsesser kennt seine Sorte, auch wenn die Marktführer jeweils über Produktpaletten in zweistelliger Anzahl verfügen.

Bild: VDIDr Christoph SagerÜber den Autor:
Christoph Sager hat Verfahrenstechnik und Umweltwissenschaften studiert und ist seit 2008 beim VDI. Als wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN betreut er Richtlinienprojekte zu den Themenschwerpunkten Abgasreinigung und Emissionsminderung.

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