Formula Student Germany - 118 Studenten-Teams aus 25 Nationen

Nachwuchsingenieure auf der Überholspur

Die Sonne brennt auf den Asphalt, Rennwagen drehen auf der Rennstrecke des Hockenheimrings ihre Runden und in der Boxengasse wird fieberhaft an den Autos für den nächsten Wettbewerb geschraubt. Es ist wieder FSG-Zeit. Die „Formula Student Germany“ geht in ihr 13. Jahr. 118 Studenten-Teams aus 25 Nationen dürfen bei dem internationalen Konstruktionswettbewerb mitmachen, auch wenn weitaus mehr dabei sein wollen.

Bild: Vivek Maru

 

Die Warteliste ist voll, doch die Kapazität ist erschöpft. In insgesamt drei Wettbewerben, „Verbrennungsmotor“, „Elektrofahrzeug“ und „Autonomes Fahren“ fahren die Autos abwechselnd an vier Tagen von morgens bis abends ohne Pause durch. Schon Montag reisen die Teams an, um ihre Autos fit zu machen. Und die Anreise hat es durchaus in sich. Teilweise umfasst ein Team bis zu 70 Studierende: ein logistischer Aufwand. Sie kommen unter anderem aus Australien, Kanada, USA, Russland, China und ganz Europa. Viele wohnen auf dem Campingplatz am Rande des Hockenheimrings. Sommercamp-Feeling gepaart mit einem Konstruktionswettbewerb – möchte man meinen. Aber es ist viel mehr als das, denn die Anforderungen sind immens.

Die Teams müssen auf den Tag genau ein fahrtüchtiges Auto bauen, manche Teams gehen sogar mit mehreren Fahrzeugen in die Wettbewerbe. Es gilt eine Jury aus Industrie und Wirtschaft von der Konstruktion (Engineering Design) ihres Rennautos, und dem Geschäftsmodell (Business Plan Presentation) zu überzeugen. Nach bestandenem Sicherheitscheck stehen auf der Rennstrecke Eigenschaften wie Fahrdynamik, Beschleunigung, aber auch Kraftstoff- bzw. Energieverbrauch auf dem Prüfstand. Und dieser Stress ist allen in jeder Minute anzumerken. Wenn sich dann doch mal ein Augenblick der Erholung bietet, wird in der Boxengasse zwischen Werkzeug und Auto geschlafen. Alternativ versorgen sich die fleißigen Ingenieure mit Süßigkeiten am VDI-Stand.

Bild: Shidhartha De

Ein Neuling in diesem Jahr ist das Team der TU Chemnitz. Innerhalb eines Jahres ein Team zusammenstellen, das Auto konstruieren und bauen, technische Anforderungen erfüllen und mit den anderen Teams vor Ort mithalten, das sind laut Teamchef Jan die größten Herausforderungen. Der schwarz-grüne Elektro-Flitzer des Teams steht aufgebockt in der Boxengasse. Fünf bis sechs Studierende kümmern sich gleichzeitig an verschiedenen Stellen um den Boliden. Momentan gibt es noch Probleme mit der Batterie.

Ein großes Stück weiter ist da schon das KA-Racing Team aus Karlsruhe. Sie kommen gerade von zwei Rennwettbewerben in Österreich und Rumänien. Ihr autonom fahrendes Fahrzeug mit dem Namen „Rudi“ schlängelt sich ohne Fahrer selbstständig durch den abgesteckten Parcours auf der Rennstrecke. Team-Mitglied Sarah ist glücklich und zufrieden, dass alles funktioniert, auch wenn „Rudi“ am Ende nur anderthalb Runden von insgesamt zehn schafft. Letztlich reicht diese Leistung für Platz zwei. Der Wettbewerb „Driverless“ ist der neuste der Wettbewerbe und demensprechend anspruchsvoll.

Der Elektro-Rennwagen des KA-Racing Teams aus Karlsruhe. Bild: Zhao

 

Die ganze Woche tüfteln, leiden, feiern und freuen sich die 4000 Studierenden auf dem Hockenheimring. Man geht respektvoll miteinander um, beklatscht die Leistungen anderer, wenn ein Parcours erfolgreich absolviert wird und leidet mit, wenn einem Auto auf der Strecke doch die Puste ausgeht. Auch die 6000 Zuschauer sorgen auf den Tribünen und im Fahrerlager für richtige Rennatmosphäre. Die nächste FSG 2019 wartet schon und dann mit Sicherheit wieder mit vielen hochmotivierten Studierenden.

FSG Gewinner 2018:
Verbrennungsmotor: Uni Stuttgart
Electric: ETH Zürich
Driverless: ETH Zürich

Autor: Dirk-Eike Röckel
Aufgaben beim VDI: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

 

 

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