Drohnen-Verordnung

Die 7 wichtigsten Regeln für den Drohneneinsatz

Die neue Verordnung für die Nutzung von Drohnen ist seit einiger Zeit in Kraft getreten. Von der Kennzeichnungsplicht über den „Drohnenführerschein“ bis zur Grenze der Flughöhe – wir haben die 7 wichtigsten Regeln für den Drohneneinsatz zusammengefasst.

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Alle Regeln gibt es detailliert in der „Verordnung zur Regelung des Betriebs von unbemannten Fluggeräten“ der Bundesregierung nachzulesen. Damit werden klare Regeln und Grenzen geschaffen, um die Sicherheit im Luftraum und die Sicherheit von Personen und Sachen am Boden zu gewährleisten. Gleichzeitig wird diese vielversprechende Technologie damit aktiv gefördert.

Immer mehr Drohnen im Himmel
Drohnen erfreuen sich stark anwachsender Beliebtheit. Immer mehr Menschen in Deutschland besitzen ein Unmanned Aerial Vehicle (UAV), wie die Drohne in der Fachsprache heißt. In Deutschland sind nach Einschätzung der Deutschen Flugsicherung (DFS) rund 400.000 Drohnen unterwegs. Die unbemannten Fluggeräte werden sinnvoll für viele Bereiche eingesetzt – von der Inspektion bzw. Überwachung von Industrieanlagen über die Landwirtschaft bis zu Lokalisierung von Brandherden bei Feuerwehreinsätzen. Aber sie fliegen auch dort, wo sie nicht hingehören. Die Drohnenpiloten verletzen die Privatsphäre von Personen, gefährdeten den normalen Luftverkehr oder verursachen gar Unfälle. So wurden im Jahr 2016 fast 70 Zwischenfälle mit Drohnen im Luftraum registriert. Es war also dringend an der Zeit, dass der Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur bis zum Inkrafttreten europäischer Regelungen in Deutschland klare Sicherheitsregeln für unbemannte Fluggeräte aufstellt.

Die 7 wichtigsten Regeln für den Drohneneinsatz
1. Kennzeichnungspflicht
Damit der Pilot/Eigentümer identifiziert werden kann, müssen alle Drohnen ab 250g mit einer feuerfesten Plakette mit Namen und Adresse des Eigentümers/Halters versehen werden.

2. Erlaubnispflicht
Für den Betrieb von Drohnen/UAVs ab fünf Kilogramm und für den Nachtbetrieb ist künftig eine Aufstiegserlaubnis der jeweiligen Landesluftfahrtbehörde erforderlich. Für den Betrieb von unbemannten Luftfahrtsystemen unterhalb einer Gesamtmasse von 5 kg ist aber keine Erlaubnis mehr erforderlich. Eine deutliche Verbesserung für gewerbliche und private Drohnenpiloten.

3. Kenntnisnachweis bzw. „Drohnenführerschein
Hier wird es etwas schwammig, denn ab 2 kg Fluggewicht der Drohne muss der Drohnenpilot zukünftig besondere Kenntnisse nachweisen können, den sog. „Drohnen Führerschein“. Allerdings ist nicht klar, bei welchen Stellen diese Kenntnisse geprüft oder bescheinigt werden können. Das Luftfahrtbundesamt arbeitet aber wohl bereits an den Details für die Anerkennung der genannten „zugelassenen“ Stellen.

4. Betriebsverbotszonen für Drohnen
Tabu sind Flüge über sensiblen Bereichen wie Einsatzorte von Polizei und Rettungskräften, Naturschutzgebiete; Bundesfernstraßen, Kraftwerke, JVAs und Menschenansammlungen. Um insbesondere Kollisionen mit Rettungshubschraubern zu verhindern, sind Drohnenflüge auch in der Nähe von Krankenhäusern verboten. Auch Wohngrundstücke dürfen mit Drohnen, die Fotos oder Tonaufnahmen machen können, zukünftig nicht mehr überflogen werden – es sei denn, die Bewohner des Grundstücks haben vorher ausdrücklich zugestimmt.

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5. Grenze der Flughöhe
Eine klare Auflage gibt es bei der Flughöhe der Drohnen: Alles, was über 100 Meter fliegt, ist zukünftig verboten. Es sei denn, es liegt eine behördliche Ausnahmegenehmigung vor. Hier wurde eine deutliche Unterscheidung zu den „klassischen“ Modellfliegern vorgenommen: Modellflugzeuge dürfen, u.a. zum Hangwind- und Thermikfliegen, auch weiterhin höher als 100 Meter fliegen.

6. Fliegen ohne direkten Sichtkontakt
Das bisher bestehende generelle Betriebsverbot von Drohnen außerhalb der Sichtweite wird aufgehoben: Die Landesluftfahrtbehörden können dies künftig für Geräte ab 5 kg erlauben. Unbemannte Flugsysteme können dann auch längere Routen vollautomatisiert fliegen. Auch Flüge mithilfe einer Videobrille sind nun erlaubt. Allerdings nur, wenn sie bis zu einer Höhe von 30 Metern stattfinden und die Drohne nicht schwerer als 0,25 kg ist. Alternativ beaufsichtigt eine weitere Person den Flug in Sichtweite und warnt den Steuernden im Gefahrenfall.

7. Ausweichpflicht
Alle Drohnen, Quadro- und andere Multicopter bzw. unbemannte Luftfahrtsysteme müssen bemannten Luftfahrzeugen und unbemannten Ballonen ausweichen.

3. VDI-Konferenz „Zivile Drohnen im Industrieeinsatz“
Ausführliche Informationen zu den Regularien, aber insbesondere auch zu heutigen und zukünftigen Anwendungen von Drohnen werden auf der 3. VDI-Fachkonferenz „Zivile Drohnen im Industrieeinsatz“ am 11. und 12. Dezember 2018 in Baden-Baden diskutiert.

Diese Veranstaltung ist Teil des VDI-Events „Robotik für die Smart Factory“.

ckrauseAutor: Dr.-Ing. Carsten Krause
Position im VDI: Produktmanager bei der VDI Wissensforum GmbH
Aufgabe im VDI: Produktentwicklung – Konstruktion – Robotik – Technische Dokumentation

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