E-Health Branche als Potential für Wearables

Wearables: Neue Geschäftsmodelle für den Fitness- und Healthcare-Bereich


Wearables sind in den letzten Jahren zu einem wichtigen Bestandteil des Internet der Dinge geworden und durch Anwendungen im Consumer Bereich (Smartwatches, Activity Tracker, Sensor-Shirts) haben sie das Leben mit vernetzter Technik immer selbstverständlicher gemacht. Die Prognosen sind vielversprechend und zeigen für die kommenden Jahre zweistellige Wachstumsraten.* Besonders gesundheitsbewusste Menschen nutzen Wearables gerne, um den Fitnesszustand zu monitoren. Der VDI hat das Thema Geschäftsmodelle für Wearables in der Fitness- und Healthcare-Branche in den Fokus genommen.

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Wie ist es möglich, dass Wearables sich in kurzer Zeit zu einem Massentrend entwickelt haben?

Ermöglicht wurde dieser Trend durch große technische Fortschritte im Bereich der Sensorik und Mikroelektronik sowie der Entwicklung von Mobilplattformen wie iOS und Android.

Im Consumer Markt sind Wearables inzwischen etabliert. Wie ist der Status in der Healthcare-Branche?

Die E-Health Branche bietet ein enormes Potenzial für den Einsatz von Wearables. Themen wie Unterstützung der Rehabilitation, Krankheitsfrüherkennung und Tele-Diagnose sind hier nur einige Beispiele. Bis zu einem massenhaften Einsatz von Wearables in medizinischen Applikationen ist es allerdings noch ein weiter Weg und die Entwicklungen stehen hier erst am Anfang.

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Welche Voraussetzungen sehen Experten für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle in der Healthcare-Branche im Bereich Wearables?

– Bei den Nutzern muss Vertrauen in die Qualität und Zuverlässigkeit von Wearables
geschaffen werden. Beim Thema Vertrauen muss auch die Transparenz der
Datenverwertung berücksichtigt werden.
– Therapeuten und Patienten müssen intensiver über den Nutzen von Wearable-
Anwendungen informiert werden.
– Eine standardisierte Einteilung der Qualität von Wearable-Daten soll bei der
Entscheidung helfen, ob die gewonnenen Informationen für den Einsatz in
medizinischen Anwendungen geeignet sind.
– Es müssen Standards für den Austausch von Wearable-Daten und die
Interoperabilität in der Kommunikation zwischen den beteiligten Systemen
geschaffen werden. Einheitliche Standards werden auch dazu beitragen, dass Start-
Ups, kleine und mittelständische Unternehmen und deutsche Großkonzerne
gleichermaßen an der Entwicklung des Marktes für Wearables teilhaben können.
– Es fehlen regulatorische Rahmenbedingungen durch die Politik. Für einen
vermehrten Einsatz von Wearables in medizinischen Anwendungen muss der
Gesetzgeber klare Richtlinien definieren.

Wie könnte eine konkrete medizinische Anwendung aussehen, die erst durch den Einsatz von Wearables ermöglicht wird?

Im Bereich der Rehabilitation könnten mit Wearables bestückte Kniebandagen eine Unterstützung der Therapie ermöglichen. Durch den Einsatz von entsprechenden Trainingsapps könnten die Wearable-Daten dazu verwendet werden, die Ausführung von Übungen zu überwachen und die Rehabilitation zu protokollieren. Auf den Trainingsapps könnten von Ärzten individualisierte Trainingspläne hinterlegt werden. Die Kommunikation der Daten könnte über eine Plattform erfolgen, die Patient, Therapeut und Arzt zusammenbringt.

* Erkenntnisse, aus der Teilnahme vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekt „Servicefactory“ und aus Diskussionen mit Experten in einem 2017 konstituierten Richtlinienausschuss.


Autor:
Dr. Thomas Brückerhoff

Ansprechpartnerin: Dr.-Ing. Dagmar Dirzus
Telefon: +49 211 6214-145
E-Mail: dirzus@vdi.de

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