250 Jahre wattsche Dampfmaschine

Da stelle mer uns ma janz dumm

Erfunden von Thomas Newcomen, verbessert und zum entscheidenden Fortschritt vorangetrieben von James Watt. Die Dampfmaschine wird 250 Jahre.

Bild: Dr. Christoph Sager

Aus dem Film „Die Feuerzangenbowle“ wissen wir, dass es sich bei der Dampfmaschine um „ene jroße, runde, schwarze Raum“ mit zwei Löchern handelt. Was der von Paul Henckels dargestellte Gymnasialprofessor Bömmel in seinen Ausführungen über die Dampfmaschine jedoch zu erwähnen vergaß, ist die Bedeutung der Dampfmaschine für den VDI. So fand der damals noch junge VDI im Bereich der Dampfkessel und Dampfmaschinen einen seiner ersten Betätigungsschwerpunkte. Auch die erste VDI-Richtlinie, die 1884 veröffentlicht wurde, widmete sich diesem Themenbereich.

Bild: Wilhelm Schroeder GmbH + Co. KG
Erfunden wurde die Dampfmaschine, die uns heutzutage hauptsächlich als Touristenattraktion oder als anspruchsvolles Spielzeug begegnet, im Gegensatz zur landläufigen Meinung nicht von James Watt, sondern bereits zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Thomas Newcomen. Von Watt stammte nur der entscheidende Kniff zur Verbesserung: er verlagerte den Abkühlvorgang aus dem Zylinder in einen Kondensator. Der Wirkungsgrad wurde dadurch mehr als verdoppelt, bewegte sich zu diesem Zeitpunkt aber immer noch im deutlich einstelligen Bereich. Am 5. Januar 1769 erhielt Watt das Patent auf seine Erfindung. Dank der von Watts Erfindung erreichten Energieersparnis und weiterer Optimierungen konnte die Dampfmaschine flächendeckend als Kraft- und Arbeitsmaschine eingesetzt werden – eine Schlüsseltechnologie für die industrielle Revolution wurde geboren.

Risiken lagen in der Bedienung
Die neue Technik fand nicht nur in England sondern auch auf dem Kontinent weite Verbreitung. Sie war jedoch nicht einfach zu beherrschen, wie zahlreiche Dampfkessel-Explosionen belegen. Darum hatte beispielsweise Preußen schon im Jahr 1831 den Betrieb von Dampfmaschinen und Dampfkesseln mit einer Genehmigungspflicht belegt. Aufsicht und Kontrolle oblagen dabei staatlichen Beamten. Der VDI machte sich vor diesem Hintergrund für ein Modell stark, das eine Überwachung durch private Vereine vorsah. Dieses Modell wird noch heute mit Erfolg angewendet.

Vom Entwurf bis zur Richtlinie
Es verwundert vor diesem Hintergrund nicht, dass sich auch die erste VDI-Richtlinie mit Dampfkesseln und Dampfmaschinen auseinandersetzte. Als diese 1884 mit dem Titel „Grundsätze und Anleitung für die Untersuchung an Dampfkesseln und Dampfmaschinen zur Ermittlung ihrer Leistungen“ erschien, waren ihr langwierige Vorarbeiten vorausgegangen. Insgesamt drei Entwürfe brauchte es, um eine im Konsens verabschiedete Richtlinie zu erhalten. Trotzdem war damit die Marke VDI-Richtlinie geboren.

Bild: Christoph Sager/ VDIAutor: Christoph Sager
Position im VDI: Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss. Betreuung von Richtlinienprojekten zu den Themenschwerpunkten „Abgasreinigung und Emissionsminderung“.

 

 

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