Interview mit Maria Frank von Accenture

“Das Wichtigste sind Neugier und Lust auf die Aufgaben“

Maria Frank ist Senior Manager in der Salesforce Business Group bei Accenture und zuständig für den Vertrieb im Mittelstand. Im Interview erzählt sie, was man für eine Karriere im Tech-Bereich mitbringen sollte, und wieso Diversität wichtig für ein innovatives Unternehmen ist.

Bild: Rawpixel.com / shutterstock

Frau Frank, muss man für einen Job im Tech-Consulting schon das Studium entsprechend wählen?

Nein, das muss man nicht. Wir haben bei uns auch viele Quereinsteiger im Team. Ich habe damals nach Abitur und freiwilligem sozialen Jahr Tourismus und Eventmanagement studiert, und bin eher durch Zufall auf eine Stelle als Business Consultant gestoßen; ich hatte damals nur wenig Ahnung, was das bedeutet, aber große Lust, es auszuprobieren.

Was sind die größten Herausforderungen für Frauen, die in Tech arbeiten wollen, und welche Schlüsselqualifikationen sollte man mitbringen? Wie haben Sie diese Qualifikationen entwickelt?

Meiner Ansicht nach sind die Schlüsselqualifikationen, die man auf jeden Fall mitbringen sollte, Neugier und Lust auf die Aufgaben und Themen in dem Bereich. Als ich bei Accenture angefangen habe, habe ich mich dort zum ersten Mal mit neuen Technologien auseinandergesetzt. Ich habe mir jeden Tag kleine Herausforderungen vorgenommen und Aufgaben gestellt, verschiedene Dinge im System umzusetzen.
Diese Neugier ist vor allem eine Eigenschaft, die man im Job mitbringen sollte – alles andere kann man lernen. Beispielsweise bekommen junge Menschen, die frisch von der Uni zu Accenture kommen und nicht unbedingt einen technischen Hintergrund haben, bei uns ein zweimonatiges Onboarding, während dessen sie in die Technologie eingearbeitet werden und gezielte Schulungen erhalten.

Bild: Accenture

Maria Frank

 

 

 

 

 

 

 

 


Wie kann der Tech-Bereich für Frauen attraktiver gemacht werden?

Ich glaube, da ist viel Evangelisierung erforderlich, ähnlich wie vor 50 Jahren, als wir uns mit dem Thema beschäftigt haben, wie Arbeit und Berufsleben für Frauen attraktiv gemacht werden können. Man muss einfach zeigen, dass es möglich ist, und immer wieder mit gutem Beispiel vorangehen. Bei Accenture organisieren wir beispielsweise gezielt Vorträge für Schülerinnen und Hackathons, auf denen man sie an den Tech-Bereich heranführt und für Themen rund um Digitalisierung begeistert. Unter dem Stichwort „Diversity“ gibt es auch gezielt Initiativen, in denen wir Frauen mit Frauen zusammenbringen, die ihnen zeigen, dass Tech-Jobs definitiv keine Domäne von Männern in schwarzen Anzügen sind oder von Nerds, die den ganzen Tag im Keller programmieren. Das sind die Geschichten, die wir nach außen tragen wollen.

Die aktuelle Accenture-Studie zeigt, dass Diversität in Unternehmen Innovation fördert. Wieso ist Diversität ein Erfolgsfaktor und wie zeigt sich das in der täglichen Arbeit?

Innovation und die damit verknüpften Erfolge lassen sich nur durch Diversität erreichen. Verschiedene Meinungen und Perspektiven sind notwendig, um das Beste aus einem Projekt oder einer Aufgabe herauszuholen. Dafür braucht es Reibung: Die entsteht, wenn man im gleichen Maße Männer und Frauen einstellt, Menschen unterschiedlichen Alters oder kulturellen Hintergrunds. Ich habe das Glück, bei Accenture in einem Bereich zu arbeiten, der sehr divers ist. Ich glaube, dass das einen großen Teil unseres Erfolgs ausmacht.

Maria Frank sprach bei der Hannover Messe in der VDI Speakers Corner zum Thema „Frauen im Technologiebereich: Karriere bei Accenture“.

Das Interview führte: Claudia Kehl
Position im VDI: 
Referentin Digitale Kommunikation, Ansprechpartnerin Social Media & Blog, kehl@vdi.de

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