Karrieretipp des Monats

Bewerben auf Englisch? Das ist alles zu beachten

Ihr möchtet Erfahrung in einem internationalen Unternehmen sammeln oder sogar Karriere im Ausland machen? Der Bewerbungsprozess an sich ist ja schon keine einfache Sache und diesen in einer Fremdsprache zu durchlaufen ist eine zusätzliche Herausforderung. Wie Ihr Eure Bewerbung auf Englisch meistert? Unsere Karriereberaterin Cary ist Englisch-Muttersprachlerin und hat wertvolle Tipps für Euch.

Bild: shutterstock_Romolo Tavani_274566236Woraus besteht eine englischsprachige Bewerbungsmappe?

Ähnlich wie in Deutschland besteht eine Bewerbung bei Unternehmen in Großbritannien, den USA oder bei englischsprachigen Firmen aus einem Anschreiben (cover letter) und einem Lebenslauf. Dieser wird in GB als curriculum vitae oder kurz CV und in den USA als resumé bezeichnet.
Und hier kommt auch schon ein sehr wichtiger Tipp für Euch: Entscheidet Euch vor dem Verfassen Eurer Bewerbungsunterlagen, welches Englisch Ihr verwenden wollt – American oder British English – und zieht dies dann einheitlich durch.

Wie sieht ein guter cover letter aus? Diese 5 Punkte solltet Ihr unbedingt beachten

Mit Eurem cover letter solltet Ihr die adressierte Person davon zu überzeugen, dass Ihr ein interessanter Kandidat, eine interessante Kandidatin seid und es für sie lohnt, Euren Lebenslauf näher anzusehen.
So schreibt Ihr einen guten cover letter:

  • Umfang: insgesamt maximal eine A4 Seite.
  • Brieftext (ohne Adressdaten): maximal eine halbe Seite.
  • Der Briefkopf sollte enthalten:
    To (Adressat*in) oben links
    From (Absender) darunter
    Datum (in englischem Format) darunter rechts.
  • Die Anrede:
    Schreibt am besten eine Person an, deren Namen Ihr kennt: Die Anrede sollte dabei Mr. oder Ms. lauten (die Anrede Miss oder Mrs. für unverheiratete oder verheiratete Frauen ist immer weniger üblich). Sofern Ihr den akademischen Titel kennt, ersetzt Mr./Ms. mit diesem. Ihr kennt den/die Ansprechpartner*in nicht? Dann verwendet am besten die Anrede „Dear Sir, Dear Madame“ oder „To Who mit may concern“.
  • Der Brieftext sollte so aufgebaut sein:

Erster Absatz: Warum schreibt Ihr?

Zweiter Absatz: Warum machen Eure Erfahrungen Euch zu einem/einer idealen Kandidat*in. Verdeutlicht dies mit Beispielen, anstatt Euren gesamten Lebenslauf zu wiederholen. Bei der Formulierung solltet Ihr darauf achten, in aktiver Form und ohne Schachtelsätze zu schreiben.

Dritter Absatz: Was könnt Ihr dem Unternehmen in dieser Position bieten?

Abschluss: Höfliche Schlussformulierungen sowie der Hinweis auf den Lebenslauf sollten nicht fehlen. Zum Beispiel:
Please find enclosed my CV/resumé. I look forward to hearing from you soon.
Yours sincerely für Adressaten, deren Namen Ihr kennt.
Yours faithfully für Adressaten, deren Namen Ihr nicht kennt.

Was gilt es beim Lebenslauf auf Englisch zu beachten? Welche Unterschiede gibt es zum deutschen Lebenslauf?

Es gibt ein paar Unterschiede zum deutschen Lebenslauf sowie grundlegende Punkte, die Ihr beachten solltet:

  • Benutzt kein Foto! Anders als in Deutschland kann dies nämlich bei großen Konzernen dazu führen, dass Euer Lebenslauf aufgrund von Anti-Diskriminierungsmaßnahmen nicht beachten werden darf.
  • Umfang: Euer Lebenslauf sollte auf 1 oder maximal 2 Seiten passen – es sei denn Ihr arbeitet schon länger als 15 bis 20 Jahre.
  • Recherchiert im Internet, welche gängigen Resumé- oder CV-Strukturen und Designs in Großbritannien oder den USA genutzt werden. In jedem Fall sollte Euer Lebenslauf klar und übersichtlich strukturiert sein. Er sollte aber auch nicht zu „luftig“ erscheinen oder Platz verschwenden, denn so kann der Eindruck entstehen, als hättet Ihr nicht genug Informationen, um die Seite zu füllen.
  • In Deutschland wird häufig der Familienstand und sogar die Anzahl der Kinder im Lebenslauf unter den persönlichen Daten angegeben. Dies ist weder in Großbritannien noch in den USA üblich und Ihr solltet darauf verzichten. Sonst kann es auch hier passieren, dass Euer Lebenslauf aufgrund von Diskriminierungsgefahr gar nicht beachtet werden darf.
  • Zusammenfassung: Nach der Angabe Eures Namens und Eurer Adresse solltet Ihr einen kurzen und knackigen Satz formulieren, der Eure Fähigkeiten und Euer Karriereziel auf den Punkt bringt.
  • Nach der Zusammenfassung sollten folgende Bereiche folgen:

professional/work experience

education

skills

interests/charitable work

references

Extra-Tipp: Nutzt bei der Angabe zu Eurer Arbeitserfahrung (Praktika zählen auch) ergänzend jeweils einen aktiven Satz, welcher kurz Eure Tätigkeit und Verantwortung in der Position näher beschreibt.

Und wie bei jeder Bewerbung gilt auch beim Bewerben auf Englisch: Lest Euch zum Abschluss alles nochmal gut durch und nutzt auf jeden Fall ein Spellchecker-Programm, um Rechtschreibfehler zu vermeiden. Ihr kennt eine/einen Muttersprachler*in? Dann lasst ihn oder sie am besten über Eure englischen Bewerbungsunterlagen schauen, um „denglische“ Formulierungen zu vermeiden.

Good Luck!

Die Autorin: Cary Langer-Donohoe ist VDI-Karriereberaterin. Sie arbeitet als Business Coach, Trainerin und Moderatorin.

Hinweis: Um in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation den Techniknachwuchs an den Hochschulen noch besser zu unterstützen, bieten wir momentan allen Studierenden an, die VDI-Mitgliedschaft für 12 Monate kostenfrei zu testen. Details unter www.vdi.de/machdeinding

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