Ingenieure revolutionieren die Welt

Automation erfordert Kollaboration!

Wir leben in spannenden Zeiten voller gesellschaftlichem Umbruch und technologischer Entwicklung. Mehr als einmal ärgere ich mich dieser Tage (heimlich), mich anstatt der BWL nicht den Ingenieurswissenschaften zugewandt zu haben. Denn tatsächlich scheint dies eines jener goldenen Zeitalter zu sein, in denen Ingenieure die Welt (wieder einmal) revolutionieren: Automation ganzer industrieller Wertschöpfungsketten, eine neue Künstliche Intelligenz, die in den kommenden Jahren zu einem schlagkräftigen Entscheidungs-Unterstützer und Wettbewerbsvorteil werden kann und (endlich) schnelles 5G-Internet als Grundlage neuer IoT-basierter Geschäftsmodelle und Dienstleistungen stellen große Chancen in Aussicht.

Bild: Shutterstock_SFIO CRACHO

Allerdings erfordert die Realisierung dieser Chancen noch einiges an Aufwand. Und dieser Aufwand wird nicht nur ein Ingenieurs-individueller, sondern auch Unternehmens-kollaborativer sein. Nur gemeinsam, im Verbund mit anderen innovativen Vordenkern, Unternehmern, Partnern, Hochschulen, der Politik und, nicht zu vergessen, dem Kunden, werden wir in der Lage sein, das volle Potenzial der Wertschöpfung dieser revolutionären Technologien aus dem Reich der Chancen in die Realität zu überführen. In technologische Weiterentwicklung. In Unternehmenswachstum. In Arbeitsplätze und Zukunftssicherheit. Kurz: In Erfolg.

Im Innovationsmanagement wissen wir: Zusammenarbeit ist zwar (meist) erfolgskritisch, aber gleichzeitig (oft) nicht leicht. Obwohl ihr Nutzen häufig verstanden wird, stehen doch zahlreiche Barrieren der Umsetzung entgegen. Ohne Zusammenarbeit (im Kleinen wie im Großen) aber werden wir entscheidende Erfolge auf der Strecke liegen lassen. Große (technologische und soziale) Innovationen finden heute oftmals im Rahmen von Plattformen statt. Mit ihrem systematischen Denken sind Ingenieure eigentlich dazu prädestiniert, solche Plattformen zu entwickeln. In der Praxis erleben wir aber leider häufig vielfältige Hemmnisse, wie beispielsweise einen zu starken Fokus auf rein technologische Aspekte.

Um Unternehmen und Ingenieure dabei zu unterstützen, die Schätze unserer Zeit zu heben, haben wir in enger Zusammenarbeit mit der VDI/VDE Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik und im Rahmen des VDI Fachausschusses 7.23 (Geschäftsmodelle für Industrie 4.0) eine Methodik zur systematischen Darstellung und kollaborativen (Weiter-)Entwicklung von Plattformen im Sinne von Wertschöpfungs-Ökosystemen geschaffen.
Diese Methodik unterstützt interdisziplinäre Teams durch Komplexitätsreduktion, Darstellung auch komplexer Abhängigkeiten, plattform-spezifische Gestaltungselemente und einen hohen Grad an Flexibilität dabei, neue (Plattform-)Geschäftsmodelle und Wertschöpfungs-Systeme systematisch zu entwickeln.

Seit der ersten Version haben wir die Methodik auf sehr unterschiedliche Herausforderungen einer Vielzahl von Unternehmen und Verbünde mit großem Erfolg angewendet. Ein zentraler Teil davon steht im Statusreport des Fachausschusses 7.23 kostenfrei zur Verfügung.

Wir freuen uns sehr – und das bisher durchweg begeisterte Feedback bestärkt uns darin – dass auch wir als nicht-Ingenieure damit einen Beitrag dazu leisten können, gemeinsam die Zukunft zu gestalten.

Bild: Christian GülpenAutor: Christian Gülpen, RWTH Aachen University, Institut für Technologie und Innovationsmanagement

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