Interview mit SuJ-Vorstand Torben Miny über sein Engagement im VDI

„Jeder kann sich hier persönlich wiederfinden“

Kurz vor Vorlesungsbeginn startet jedes Jahr die VDI-Hochschul-Tour, bei der wir unser Nachwuchs-Netzwerk der Studenten und Jungingenieure (SUJ), die VDI-Mitgliedschaft und unsere Aktivitäten vorstellen. Eigentlich. Denn dieses Jahr ist wegen der anhaltenden Corona-Pandemie alles anders: Wir können leider nicht vor Ort an Universitäten und Fachhochschulen sein. Deshalb haben wir mit dem SUJ-Vorsitzenden Torben Miny gesprochen und ihn gefragt, was ihm sein ehrenamtliches Engagement bedeutet und warum er eine VDI-Mitgliedschaft empfiehlt.

Bild: Torben Miny

Torben, stell dich unseren Lesern bitte kurz vor: Wer bist du und was machst du?

Torben Miny: Mein Name ist Torben Miny, ich bin 31 Jahre alt, seit Ende Mai dieses Jahres verheiratet und promoviere aktuell am Lehrstuhl für Prozessleittechnik an der RWTH Aachen. Davor habe ich zunächst einen Bachelor in Maschinenbau an der Rheinischen Fachhochschule Köln gemacht und dann einen Master in Automatisierungstechnik an der RWTH abgeschlossen. Meine Hobbies sind Gesellschaftstanz, Tauchen, Reisen und natürlich der VDI (lacht).

Wie bist du zum VDI gekommen und was machst du beim SUJ?

Bild: Torben Miny

Miny: Während meines Bachelor-Studiums wurde ich durch die Hochschul-Tour auf den VDI aufmerksam und bin direkt Mitglied geworden. So richtig auf den Geschmack gekommen, mich aktiver einzubringen, bin ich durch meinen ersten SuJ-Stammtisch, zu dem mich ein Kommilitone eingeladen hatte. Die lockere und sympathische Atmosphäre hat mir sofort richtig gut gefallen. Ehrenamtlich aktiv war ich schon seit meiner Jugend: zunächst bei der freiwilligen Feuerwehr und dann als Trainer und Prüfer bei der Deutschen Taekwondo Union. Bei den SUJ in Aachen half ich zunächst beim Organisieren von Veranstaltungen und wurde recht schnell zu einem der Aktivsten im Team. 2016 wurde ich Arbeitskreisleiter der SUJ Aachen und habe kurze Zeit später auch überregional in der Projektgruppe für den SUJ Kongress gearbeitet. Seit 2017 bin ich bereits im SUJ-Vorstand aktiv, wurde 2019 zum Vorsitzenden gewählt und bin es bis heute. Außerdem engagiere ich mich seit 2018 auch als Nachwuchsvertreter in der VDI/VDE Gesellschaft für Mess- und Anlagentechnik.

Das klingt sehr spannend, aber ist sicher auch ganz schön zeitaufwendig. Was motiviert dich denn zu diesem ehrenamtlichen Engagement?

Miny: Ich liebe es, immer wieder mit unterschiedlichsten Personen im Team zusammenarbeiten zu können und als Team Ziele zu erreichen. Es ist ein großartiges Gefühl, gemeinsam etwas zu bewegen! Dadurch entwickle ich mich ständig weiter, und ich konnte noch dazu durch den VDI viele gute Freundschaften knüpfen.

Was war bisher dein Highlight im VDI?

Miny: Mein bisheriges Highlight war definitiv der Kongress der Studenten und Jungingenieure im Mai 2017 in Düsseldorf, den ich mit organisiert habe. Es war für mich echt spannend zu erleben, wie viel Planung und Arbeit hinter so einer großen Veranstaltung steckt. Es hat aber auch riesigen Spaß gemacht ein tolles, abwechslungsreiches Programm zu konzipieren, die Teilnehmer*innen am Kongresstag zu empfangen, sie durch das Event zu führen – ich war einer der beiden Moderatoren – und abends zusammen mit allen Teilnehmenden den Tag in einer entspannten Atmosphäre ausklingen zu lassen.

Mit „Verein Deutscher Ingenieure“ verbinden manche vielleicht zunächst Stammtischkultur und Männer in Karohemden. Was sagst du zu solchen Vorurteilen?

Miny: Dem kann ich überhaupt nicht zustimmen. Wir haben beim SuJ sogar Teams, wo der Anteil der Frauen deutlich höher ist als der von Männern. Auch auf unseren bundesweiten Veranstaltungen ist der Anteil von Teilnehmer*innen oft höher als der Frauenanteil in den Studiengängen. Bei uns im SuJ-Vorstand sind aktuell zwei von sieben Posten von Frauen besetzt. Zum Thema Stammtischkultur kann ich sagen: Klar, unser Netzwerk lebt natürlich von „Stammtischen“ – also dem persönlichen Kontakt vor Ort. Wir haben aber auch noch viel mehr zu bieten! Und das ist ja gerade das Schöne an unserem Netzwerk: Jeder kann sich hier persönlich wiederfinden. So gibt es Web-Seminare, Workshops, Exkursionen, Kongresse, Messebesuche, Arbeitsgruppen zu unterschiedlichsten Themen und vieles mehr.

Durch die Corona-Pandemie und die damit verbundenen Einschränkungen mussten viele Vor-Ort-Vereinsaktivitäten leider abgesagt oder verschoben werden. Wie geht ihr beim SUJ damit um?

Miny: Wir vom Vorstand haben schnell auf die Situation reagiert und eine Ad-hoc-Gruppe gegründet, die das Thema digitale Formate und digitale Tools angegangen ist. Hieraus haben wir an die regionalen Teams Empfehlungen und Tipps für Aktivitäten entwickelt: von Online-Gesellschaftsspielen bis hin zu Web-Seminaren oder digitalen Stammtisch-Runden. Wir haben zudem unsere deutschlandweiten Treffen in digitaler Form stattfinden lassen und lernen hierbei stetig Neues. Als Highlight wird unser SuJ-Kongress im November ebenfalls digital stattfinden. Wir merken allerdings auch, dass digitale Aktivitäten zwar gut sind und einige Vorteile haben, aber der persönliche Austausch ist wichtig und nicht vollkommen ersetzbar. Daher denke ich, dass es in Zukunft beide Formate gibt.

Was ist für dich der größte Vorteil einer VDI-Mitgliedschaft?

Miny: Vorteile gibt es viele, aber ich schätze besonders, dass man sich beim VDI ein deutschlandweites privates und berufliches Netzwerk aufbauen kann. Wer die Vereinstätigkeiten aktiv mitgestalten möchte, hat zudem die Möglichkeit, sich durch das Planen und Durchführen von Aktivitäten und den Austausch mit anderen soziale Kompetenzen anzueignen, die in keinem Studium auf dem Lehrplan stehen.

Interview: Sonja Bosso, Referentin Social Media beim VDI

Hinweis: Um in der aktuell schwierigen wirtschaftlichen Situation den Techniknachwuchs an den Hochschulen noch besser zu unterstützen, bieten wir momentan allen Studierenden an, die VDI-Mitgliedschaft für 12 Monate kostenfrei zu testen. Details unter www.vdi.de/machdeinding

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