Internationaler Tag des Kaffees

Emissionsbegrenzungen für größere Röstanlagen

Er ist in aller Munde – und das im wahrsten Sinn des Wortes. Unabhängig davon, ob er einen wohlklingenden mediterranen Namen trägt oder einfach nur die Hufeisenprobe besteht. Die Rede ist von Kaffee. Hiervon konsumiert jeder Bundesbürger im Durchschnitt mehr als 160 Liter im Jahr.

Bild: sebra/shutterstockAnstoßen mit Kaffeetassen

Kaffee zählt zu den Lieblingsgetränken der Deutschen. Der Grund dafür ist in den über 1.000 verschiedenen Aromastoffen zu sehen, die in ihm enthalten sind. Diese sind aber nicht von vornherein in der Kaffeebohne enthalten, sondern entstehen während des Röstvorgangs durch die Maillard-Reaktion, eine nicht-enzymatische Bräunungsreaktion, die neue Verbindungen entstehen lässt, insbesondere die schon erwähnten Aromastoffe.

Bild: Frank MagdansNeben der Kaffeesorte, üblicherweise handelt es sich um Arabica oder Robusta, ist der Röstvorgang entscheidend für den Geschmack des später daraus gewonnenen Heißgetränks, das zuhause oder in Cafés gern mit Milch getrunken wird. Der für den Röstvorgang verantwortliche Verfahrensingenieur kennt viele Stellschrauben, um das Röstergebnis zu beeinflussen. Temperatur und Dauer des Röstvorgangs sind die wesentlichen, aber nicht die einzigen Aspekte.

Der Röstvorgang hat es auch aus umwelttechnischer Sicht in sich: Je Kilogramm Rohkaffee werden während des Röstens 110 Gramm bis 200 Gramm anorganische und organische Substanz aus dem Rohkaffee ausgetrieben. Der austretende Wasserdampf, der für eine Volumenvergrößerung der Kaffeebohne während des Röstens sorgt, macht dabei einen Großteil aus, kann aber aus Sicht der Umwelt als eher unkritisch bewertet werden.

Spannender in dieser Beziehung sind die organischen Substanzen, zu denen unter anderem Chlorogensäure, Essigsäure und Koffein zählen. Aus letzterem können im Abgasreinigungsprozess Stickoxide entstehen, da der Stickstoff ein gutes Viertel der molaren Masse des Koffeinmoleküls ausmacht. Aber auch die anderen organischen Substanzen sollten nicht ungemindert in die Umwelt gelangen. Der Gesetzgeber hat daher für größere Kaffeeröstanlagen Emissionsbegrenzungen vorgesehen.

Damit diese auch eingehalten werden, gibt es die VDI-Richtlinie 3892 aus der Feder der VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss in Zusammenarbeit mit den interessierten Kreisen. Die Richtlinie beschreibt den Stand der Technik beim Betrieb von Kaffeeröstanlagen – für einen ganz besonderen Grund: Kaffeegenuss ohne schlechtes Gewissen.

Autor: Dr, Christoph Sager, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss. Betreuung von Richtlinienprojekten zu den Themenschwerpunkten „Abgasreinigung und Emissionsminderung“

Hinweis: Interessierte Kaffeeliebhaber können die Richtlinie unter www.beuth.de bestellen.

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