Neue Grenzwerte für Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Emissionen

Heizen mit Holz – auf was jetzt besonders zu achten ist

In der dunklen, kalten Zeit vor dem knisternden Kamin oder Kachelofen sitzen und die wohlige Wärme genießen, das hat was. Doch wie gesund und umweltfreundlich ist häusliches Heizen mit Holz überhaupt?

Bild: AlexMaster/Shutterstock.com

Holz hat als biogener und erneuerbarer Brennstoff im Vergleich zu fossilen Brennstoffen wie Heizöl oder Erdgas zwar gewisse Vorteile, jedoch werden bei der Verbrennung ebenso gesundheitsschädliche wie geruchsintensive Substanzen emittiert, die Mensch und Umwelt belasten können. So entsteht unter anderem gesundheitsgefährdender Feinstaub.

Das Bundesumweltministerium verfolgt daher mit anspruchsvollen gesetzlichen Regelungen, insbesondere mit der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) das Ziel, die gesundheitsschädliche Luftbelastung zu reduzieren und gleichzeitig eine umweltverträglichere Nutzung des Brennstoffs Holz zu ermöglichen.

Die revidierte Fassung der 1. BImSchV sieht verschärfte Grenzwerte für Feinstaub- und Kohlenmonoxid-Emissionen für bestehende Einzelraumfeuerungsanlagen vor, die nach Ablauf von bestimmten Fristen in Abhängigkeit des Alters der Feuerungsanlagen eingehalten werden müssen. Unzulässig ist danach ein Ausstoß von mehr als 0,15 Gramm Feinstaub je Kubikmeter und vier Gramm Kohlenmonoxid je Kubikmeter.

Zum Ende dieses Jahres läuft die dritte Übergangsfrist für Einzelraumfeuerungsanlagen ab, die vor dem 22. März 2010 installiert wurden und deren Datum auf dem Typschild zwischen 01. Januar 1985 und 31. Dezember 1994 liegt. Wenn diese alten Holzfeuerstätten die aktuellen Grenzwerte nicht mehr einhalten können, müssen sie ausgetauscht, mit einem Staubabscheider nachgerüstet oder stillgelegt werden.

Von den über elf Millionen in Deutschland betriebenen Holzfeuerstätten sind aktuell bis zu 250.000 alte Kamin- und Kachelöfen betroffen. Dabei soll es jedoch nicht bleiben. Alle in Deutschland genutzten Öfen sollen schrittweise modernisiert und damit emissionsärmer werden. Die nächste Übergangsfrist endet am 31. Dezember 2024. Bis spätestens dahin muss man auch Systeme, die zwischen 1995 und März 2010 installiert worden sind, modernisieren oder stilllegen.

Die Luft- und Gesundheitsbelastung mindern

Es gilt also, bei Holzfeuerungen einiges zu tun, um die Luft- und Gesundheitsbelastung zu mindern und dem regenerativen Brennstoff Holz eine „gesunde“ Zukunft zu ermöglichen. Während bei älteren Holzfeuerungsanlagen eher die Stilllegung oder Modernisierung, etwa durch den Einsatz eines neuen Heizeinsatzes, in Frage kommt, stellt bei neueren Anlagen auch der nachträgliche Einbau einer nachgeschalteten Staubminderungseinrichtung eine probate Lösung dar.

Einzelfeuerungsanlagen, die in der Regel eher diskontinuierlich mit zudem häufigen Stillstandzeiten betrieben werden, können hohe Schwankungen der Emissionsmenge und der Emissionszusammensetzung aufweisen. Es war daher erforderlich, ganz neue Staubabscheidesysteme zu entwickeln, die diesen Sachverhalten Rechnung tragen. In der Richtlinie VDI 3670, die wir von der VDI/DIN-Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) erarbeitet haben, ist der Stand der Technik von nachgeschalteten Staubminderungssystemen beschrieben. Dabei wird in erster Linie dokumentiert, welche Abscheidegrade sicher erreichbar sind.

Hersteller dieser Staubabscheider müssen im Rahmen der baurechtlichen Zulassung der Geräte nachweisen, dass sie einen vorgegebenen Abscheidegrad sicher einhalten. Hierfür werden von der KRdL Prüfprozeduren, zum Beispiel DIN 33999-1, entwickelt, die eine reproduzierbare Ermittlung der erreichbaren Abscheidegrade und somit der gewünschten Wirksamkeit der nachgeschalteten Staubminderungseinrichtungen gewährleisten.

Doch nicht immer ist die Anlage schuld, wenn es aus dem Schornstein qualmt. Vielen Betreibern von Holzfeuerungen fehlen Kenntnis und Erfahrung, um mit dem Brennstoff Holz richtig zu heizen. Hier sieht die 1. BImSchV vor, dass eine Beratung durch eine Schornsteinfegerin oder einen Schornsteinfeger zum richtigen Umgang mit der Anlage sowie auch der Holzlagerung erfolgt. Die Beratung findet statt, wenn die Anlage neu in Betrieb geht oder aber, wenn ein neuer Betreiber sie übernimmt. Der VDI empfiehlt daher jedem, der mit Holz feuern möchte, dringend, sich beraten zu lassen.

Autoren:

Dr. rer. nat. Rudolf Neuroth, VDI/DIN Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss

 

 

 

Peter Plegnière, VDI/DIN Kommission Reinhaltung der Luft (KRdL) – Normenausschuss

Kommentare & Pingbacks

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*