Interview mit Dr. Jörg Hellhammer

„Etwas für das Allgemeinwohl erreicht“

Was bedeutet es, sich im VDI ehrenamtlich zu engagieren und sein Wissen weiterzugeben? Wir haben Dr. Jörg Hellhammer, seit 1987 im Umweltschutz mit dem Schwerpunkt Luftreinhaltung tätig, dazu befragt.

Bild: Rei Imagine/Shutterstock.comWie sind Sie zum VDI gekommen?

Über die Standardisierungsarbeit bei der Kommission Reinhaltung der Luft im VDI und DIN (KRdL). In den 1990er-Jahren wurde die Emissionsrichtlinie zur Messung von Gesamtkohlenstoff überarbeitet, die zu meinem damaligen Arbeitsbereich gehörte.

Was ist die Motivation für Ihr ehrenamtliches Engagement?

Bild: VDIMeine Motivation, warum ich aktiv bei der Richtlinien- und Normungsarbeit mitarbeite ist, dass Richtlinien und Normen ein wichtiger Baustein im Gesamtpaket des Umweltschutzes sind. Sie stellen nämlich sicher, dass die gesetzlich geforderten Umweltschutzmaßnamen einheitlich umgesetzt werden. So wird zum Beispiel zur Beschreibung des Standes der Luftreinhaltetechnik in der Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA-Luft) auf über hundert VDI-Richtlinien und DIN-Normen der KRdL verwiesen. Damit alle interessierten Kreise entsprechend vertreten sind, um die Qualität der technischen Regeln zu gewährleisten, habe ich mich aktiv in die Standardisierungsarbeit eingebracht.

Gibt es etwas, dass Sie aus ihrem Engagement bei den Richtlinien für sich persönlich mitnehmen?

Ja, das Treffen mit den anderen Experten und das Bestimmen des Standes der Technik hilft natürlich, mein Wissen zu erweitern. Dass man sich persönlich besser kennen und verstehen lernt, erleichtert die Arbeit an den technischen Regeln und macht es angenehmer, um die beste Lösung zu ringen. Hinzu kommt: Ich habe mich aktiv eingebracht und an einem Baustein zu neuen und besseren Regelungen mitgearbeitet – und so auch etwas für das Allgemeinwohl erreicht.

Welches technische Thema treibt Sie besonders um? Warum liegt Ihnen gerade dieses Thema am Herzen?

Da ich mich in der KRdL engagiere, ist es der Umweltschutz und das Klima. Hier war zu dem Zeitpunkt meines Starts in das Berufsleben noch vieles im Argen. Aber die Problemfelder waren erkannt. So wurde intensiv an den Lösungen gearbeitet. Die Politik gab den Rahmen vor, und wir Experten arbeiteten an den Lösungen, die dann in Form von Richtlinien und Normen veröffentlicht wurden. In den zurückliegenden Jahren wurde so eine ganze Menge erreicht. Die Industrie hat ihre Emissionen deutlich gesenkt. Für die Minderungen von über 90 Prozent, die für uns heute selbstverständlich sind, mussten damals technische Lösungen gefunden werden, wie zum Beispiel beim Schwefeldioxid. Heute ist Umweltschutz selbstverständlich, und der Klimaschutz wird immer wichtiger. Leider ist auch dieses Thema sehr emotional getrieben. Zudem fehlt mir eine klare, durchdachte Strategie. Deshalb begrüße ich, dass der VDI sich dieses Themas angenommen hat, um es zu versachlichen und voranzutreiben.

Inwiefern spielt das Netzwerken aus Ihrer Sicht eine wichtige Rolle für Ingenieurinnen und Ingenieure? Und welche Rolle spielt VDI aus Ihrer Sicht dabei?

In jeder Karriereberatung wird – ganz zu Recht – das Netzwerken als sehr wichtiger Faktor beim beruflichen Fortkommen beschrieben. Da bietet der VDI natürlich sehr gute Möglichkeiten. Durch eine aktive Mitarbeit sowohl im Verein als auch bei der Standardisierungsarbeit lernt man viele interessante Menschen kennen und kann berufliche sowie auch private Kontakte knüpfen, sein Wissen erweitern – und das über die eigene Firma hinaus, da ja Wissenschaft, Behörden, Sachverständige und Industrie im VDI vertreten sind.

Was wünschen Sie sich zukünftig für den VDI?

Eine zukunftsgerechte Aufstellung mit Blick auf die Beantwortung der anstehenden technischen Fragestellung, die den VDI für junge Ingenieurinnen und Ingenieure attraktiv macht, ohne die etwas älteren Mitglieder aus den Augen zu verlieren. Dass es gelingt, den Erfahrungs- und Wissensaustausch attraktiv zu gestalten und so für viele interessant zu bleiben.

Interview: Hanna Büddicker

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