Backlog, Sprint und Inkrement

Agile Entwicklung im VDI?

Keine Projektleitung. Stattdessen organisiert sich jeder im Team selbst. Kann das denn funktionieren? Hier der Beweis: unser Fachausschuss 710 Agile Entwicklung mechatronischer Systeme.

Bild: Iconic Bestiary/Shutterstock.comDer Fachausschuss 710 ist im Bereich Produktentwicklung und Mechatronik der VDI-Gesellschaft Produkt- und Prozessgestaltung verortet und existiert seit Mitte 2020. Ziel ist es, den Austausch von Best Practices sowie den Aufbau einer geeigneten Methodensammlung für die Entwicklung mechatronischer Systeme voranzutreiben. Dies soll praktizierende Unternehmen in der agilen Transformation unterstützen.

Dies geschieht, indem das Team in kurzen zeitlichen Abständen relevante Themenstellungen aus dem priorisierten Backlog (Sammelbecken für Unerledigtes) bearbeitet und somit binnen kurzer Zeit, eines sogenannten Sprints, ein Inkrement erzeugt. Nach einer internen Feedbackschleife wird das Ergebnis dann dem Kunden, hier der interessierten Allgemeinheit, zur Verfügung gestellt. So kann jeder Einzelne sein Feedback einreichen. Dabei ist es egal, ob das positiv oder kritisch ausfällt – Hauptsache, es ist konstruktiv.

Nutzen agiler Entwicklung in der Mechatronik

Das Team diskutiert dann die einzelnen Aspekte, woraufhin das Inkrement mit den gewünschten Veränderungen veröffentlicht. Das erste Inkrement, sprich Ergebnis des FA 710, seht Ihr hier. Es zeigt den Nutzen agiler Entwicklung in der Mechatronik auf. Wie zu sehen ist, haben unsere Experten in der ersten Runde ihre Köpfe virtuell zusammengesteckt und eruiert, worauf es wirklich ankommt – ergo, in welchen Punkten agile Entwicklung einen wirklich spürbaren Nutzen hervorbringt.

„In Summe haben wir uns auf sieben Nutzenpotenziale verständigt, die wir auf Basis des ersten Feedbacks von interessierten Lesern, sprich von jemanden wie Euch, sogar noch präzisiert haben“, so das Team. Nun, hat es dabei denn keinen Fehler gemacht? Doch. Das ist aber schnuppe. Denn jeder macht mal Fehler. Genau deswegen ist an dieser Stelle Feedback erwünscht: Die einzelnen Nutzenpotenziale sind auf der zweiten Seite des Dokuments erläutert. Wer also Anregungen oder Fragen hat, kann gern von seinen oder ihren Erfahrungen aus der Praxis berichten.

Weitere Inkremente sind in Arbeit

Es gibt keine Projektleitung, das Team im Fachausschuss organisiert sich stattdessen selbst: „Wir treffen uns alle sieben Wochen in großer Runde und diskutieren die aktuell anstehenden Themenstellungen. Alle 14 Tage finden zusätzlich Meetings statt, in denen wir bestimmte Punkte vorbereiten, nachbereiten oder einfach diskutieren“, so die Info seitens des Teams. Da jeder Teilnehmende intrinsisch motiviert ist und Spaß an der Sache hat, ist es allen wichtig, die Inkremente fertigzustellen. Eine Kontrollinstanz ist also nicht notwendig.

Nun, wer A sagt, muss auch B sagen, so ein bekanntes Sprichwort. Deshalb sind längst weitere Inkremente in Arbeit. Hierzu das Team: „Unser Anspruch ist es, obwohl wir das aus freien Stücken heraus machen, das Thema sukzessive und fundiert aufzuarbeiten. Die Inkremente helfen uns hierbei, dass wir uns jeweils nur auf eine bestimmte Themenstellung fokussieren, sodass wir den interessierten Lesern in einer kompakten Art und Weise die Ergebnisse präsentieren können“.

Hinweis

Der Fachausschuss setzt sich aus mittlerweile neun praktizierenden Unternehmen aus dem Bereich Mechatronik-/CPS-Entwicklung sowie Vertretern dreier Hochschulen, nämlich dem KIT, der HSU Hamburg und der UniBw München zusammen.

Autor: Frank Magdans, Referent Kommunikation

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