Die systematische Glaskugel

Wissen, was die Zukunft bringt?

Stellen Sie sich auch regelmäßig die Frage, welche neuen Geschäftschancen Sie für Ihr Unternehmen erschließen können? Und fragen Sie sich weiter: „Was muss ich beachten, um Produkte erfolgreich auf den Markt zu bringen?“ Oder: „Wie kann die digitale Transformation in unserem Hause wirklich gelingen?“

Bild: kmlmtz66/Shutterstock.comFür die Beantwortung solcher Fragen würden Helden wie Bibi Blocksberg und Harry Potter eine Glaskugel aus der Tasche zaubern und damit einen Blick in die Zukunft werfen. Wie wir wissen, ist es in der Realität leider nicht so einfach, zu erfahren, was uns morgen, nächsten Monat oder die nächsten Jahre erwartet. Insbesondere bei der strategischen Ausrichtung von Unternehmen, der Identifizierung von Geschäftschancen und der Planung von neuen Produkten ist eine systematische Zukunftsvorausschau erforderlich.

So lassen sich Fehlschläge vermeiden und neu entstehende Chancen schnell und konsequent angehen. An dieser Stelle kommt die agile Szenario-Technik ins Spiel: Getrieben durch die digitale Transformation stehen vielfältige Daten zur Verfügung, die es erlauben, maßgeschneiderte Zukunftsszenarien für Ihr Unternehmen zu erstellen. Doch wie funktioniert das genau? Nehmen wir ein Beispiel aus der Unternehmenspraxis: Im Rahmen seiner Strategieplanung hat ein Unternehmen der bahnverarbeitenden Industrie nach neuen zukunftsträchtigen Produktideen im Rahmen der digitalen Transformation gesucht.

Die agile Szenario-Technik des Heinz Nixdorf Instituts

Dafür wurde das bestehende Produktportfolio analysiert, Technologiefelder mit Marktpotenzial identifiziert und zukünftige Entwicklungen antizipiert. Zum Einsatz kam dabei die agile Szenario-Technik des Heinz Nixdorf Instituts. Unter wissenschaftlicher Leitung des Lehrstuhls für Produktentstehung wurden Workshops zur strategischen Planung durchgeführt, in denen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einflussfaktoren und ihre möglichen Ausprägungen sammelten und auf Konsistenz untereinander bewerteten.

Mit Hilfe des vom Lehrstuhl zur Verfügung gestellten Szenario-Technik-Tools wurden die Ergebnisse mathematisch ausgewertet und zu drei alternativen Zukunftsszenarien aggregiert. Eines davon war die steigende Vernetzung von Systemen und Produktionsanlagen, aus der konkrete Handlungsempfehlungen abgeleitet wurden. Die Unternehmenslenker nahmen daraus die Aufgabe mit, ihre Aktivitäten im Bereich softwareintensive Systeme weiter auszubauen und vereinbarten unmittelbar die erforderlichen Maßnahmen. Die gesammelten Ergebnisse flossen in eine unternehmensspezifische Roadmap, die als Grundlage für zukünftige Richtungsentscheidungen dient.

Erkennen, worauf es in Zukunft ankommt

Was ist daran jetzt eine „systematische Glaskugel“? Der Bereich des Möglichen scheint schier unendlich und nicht greifbar – Prognosen dieser Art wirken eher wie Wahrsagerei. Doch durch strukturierte Betrachtung spezifischer Einflussfaktoren, ihrer Ausprägungen und Wechselwirkungen untereinander, wird die Zukunft greifbarer. Die agile Szenario-Technik ermöglicht es, auf dieser Basis konkrete alternative Zukunftsbilder zu entwerfen. Auf dieser Grundlage erkennen Unternehmen, worauf es in Zukunft ankommt und können entsprechend priorisieren und handeln.

Dabei ist eine Ableitung von Szenarien aus verschiedenen Perspektiven möglich, angefangen bei der gesellschaftlichen Entwicklung, über Technologieentwicklung, Wettbewerber und Marktchancen bis hin zum Produkt selbst. So gehört zu den Beispielen für die Anwendung von Szenarien beispielsweise auch die Entwicklung eines Hochwasserschutzsystems zur Bekämpfung von Naturkatastrophen im Rahmen eines multilateralen EU-Forschungsprojekts. Die Ableitung notwendiger Schritte zur Umsetzung der digitalen Transformation im eigenen Unternehmen gehört ebenfalls dazu.

Wenn auch Sie gut auf die Zukunft vorbereitet sein wollen, dann werfen Sie mit uns einen Blick in die systematische Glaskugel:

https://www.hni.uni-paderborn.de/pe/forschung/strategische-planung-und-innovationsmanagement/

Autorin: Prof. Dr.-Ing. Iris Gräßler, Universität Paderborn

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