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ERKLÄRT
Bild: Christoph Sager
Wissenswertes Umweltbewusstsein

Kaminöfen und Entsorgung„Bitte keine heiße Asche einfüllen“

In vielen Haushalten wird als Folge der Energiekrise Holz statt Öl oder Gas zum Brennstoff Nummer eins avancieren. Doch spätestens mit dem Reinigen kommt die Frage auf, wohin mit dem nicht verbrannten Rückstand, der Asche.

Der Gedanke, dass es sich hierbei um einen wertvollen Dünger handelt, liegt nahe. So ist von ehemaligen Waldbrandgebieten bekannt, dass dort Jungpflanzen aufgrund der in der Asche enthaltenen Mineralien ideale Voraussetzungen finden. Doch Vorsicht! Diese Erkenntnis lässt sich nicht uneingeschränkt auf den heimischen Garten übertragen. Unter anderem wegen des hohen Anteils an Calciumoxid, auch als Branntkalk bekannt, ist der Umgang mit der Asche kritisch. 

Lässt man seinen Pflanzen, die einen sauren Boden bevorzugen, wie beispielsweise Elsbeere, Heidelbeere oder Stechpalme, Asche als vermeintlichen Dünger zukommen, so kann es durchaus passieren, dass diese ihr zartes grünes Leben aushauchen. Und das muss ja nicht sein.

Als Pflanzendünger unbrauchbar

Doch nicht nur die alkalischen Bestandteile der Asche machen sie als Pflanzendünger unbrauchbar. Die Experten des Umweltbundesamts weisen darauf hin, dass durch Ausbringung von Asche in den heimischen Garten Schwermetalle im Boden angereichert werden können. Insbesondere Chrom findet sich in Holzasche in vergleichsweise hoher Konzentration wieder. Und das betrifft nur naturbelassenes Holz.
 
Sollte man behandeltes Holz verbrennen – wovon wir bei unseren Lesern nicht ausgehen –, so ist noch mit deutlich mehr Schadstoffen, zum Beispiel chlororganische Verbindungen, zu rechnen. Ebenso können Schadstoffe entstehen, wenn aufgrund schlechter Luftzufuhr die Verbrennung unvollständig ist.

Die rechtliche Seite sollte man bei den Betrachtungen nicht vernachlässigen:

Nach Paragraf drei des Kreislaufwirtschaftsgesetzes handelt es sich bei Holzaschen um Abfälle, da beim Betrieb eines Kaminofens in der Regel die Erzeugung von Wärme im Vordergrund steht – und nicht die Herstellung von Asche. Und Abfälle sind einer ordentlichen Entsorgungseinrichtung zuzuführen. Der heimische Garten zählt üblicherweise nicht dazu. 

Vorsicht bei Kunststoff-Mülltonnen

Die in Versalien gehaltene Aufschrift „Bitte keine heiße Asche einfüllen“, die heute nur noch selten auf Mülltonnen zu finden ist, hat übrigens ihren Ursprung in der Einführung der Kunststoff-Mülltonnen. In der Zeit der Kohleöfen waren die Deutschen daran gewöhnt, die noch heiße Asche in die Mülltonne zu schütten, was den metallischen Tonnen nicht schadete.

Das Ganze hat sich mit Einführung der Kunststoffbehälter geändert. Diese sind zwar leichter zu händeln, aber nicht für hohe Temperaturen ausgelegt. Darum muss die Asche erst erkalten, bevor wir Verbraucher sie über die Restmülltonne entsorgen können. Mit dem Umstieg auf Öl und Gas wurde die Beschriftung überflüssig. Nun bleibt abzuwarten, ob sie wieder eingeführt werden muss.

Unsere Autoren

Alice Quack

Dr.-Ing. Christoph Sager

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