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Bild: vvvita / Shutterstock.com
Praxistipps Richtlinien

Fünf Fakten über SolarenergieLasst uns Sonne tanken

Wie gut kennen Sie sich mit Solarenergie aus? Wir haben fünf Fakten über die Energiegewinnung durch Sonneneinstrahlung zusammengetragen, die Sie eventuell noch nicht kennen.

1.  In einer Stunde liefert die Sonne soviel Energie, dass man die ganze Erde ein Jahr mit Strom versorgen könnte.

Theoretisch steht uns jeden Tag durch die Sonneneinstrahlung 10.000 Mal mehr Energie zur Verfügung, als pro Tag weltweit benötigt wird. Jährlich fallen auf die gesamte Erdoberfläche 1,5 mal 1018 kWh Solarenergie. Vergleicht man das Gesamtpotenzial an Sonnenstrahlung mit dem Weltprimärenergieverbrauch von 147.900 Mrd. kWh (2011), so ist das Angebot an Solarenergie um den Faktor 10.142 größer als der Weltenergiebedarf. Zieht man die 71 Prozent Wasseroberfläche ab, fällt immer noch das 2.900 Fache an benötigter Energie ein. Theoretisch würde eine Fläche von 700 Quadratkilometern in der Sahara ausreichen, um die ganze Welt zu versorgen. Und wie misst man die Sonnenstrahlung in der Praxis? Einfach mal in die Richtlinien VDI 3786 Blatt 5 oder VDI 3789 Blatt 3 reinschauen.

2. Der Flächenbedarf von Solarenergie ist geringer als gedacht.

Um in Deutschland den gesamten Bruttojahresstrombedarf (606,8 Mrd. kWh, 2011) mittels Fotovoltaikanlagen abzudecken, reicht bei einem angenommenen Wirkungsgrad von 15 Prozent eine Solarzellenfläche aus, die knapp 0,9 % der Fläche Deutschlands beträgt. Anders ausgedrückt: Wäre hierzulande auf jedem Dach eine Fotovoltaikanlage installiert, könnte man rund 115 Prozent unseres Jahresstrombedarfs decken. Wie man dort die Anlage sicher befestigt, beschreibt VDI 6012 Blatt 1.4.

3. Solaranlagen sind technisch zuverlässig.

Wer denkt, Solarenergie sei eine von der Regierung ins Leben gerufene Modeerscheinung, der irrt. Die Technologie wird seit 1958 zur Energieversorgung von Satelliten eingesetzt und ist so ausgereift, dass Hersteller bereits Garantiezeiten von 25 Jahren anbieten. Ob die Anlage noch einwandfrei funktioniert, lässt sich mit VDI 2169 kontrollieren.

4. Die Herstellung einer Solarzelle benötigt weniger Energie als man durch sie gewinnt.

Fotovoltaikanlagen aus polykristallinen Siliziumzellen erzeugen während ihrer Lebensdauer in Deutschland mindestens sieben Mal mehr Energie als für ihre Herstellung benötigt wird. Auch der Ertrag lässt sich mit der VDI 2169 bewerten.

5. Solarzellen lassen sich recyclen

Da Solarzellen aus ungiftigem Silizium, dem zweithäufigsten Element der Erdoberfläche, bestehen, können Fotovoltaikanlagen bei entsprechender Herstellungstechnik vollständig wiederverwertet werden.

Übrigens: Um sich ein komplettes Fußballspiel nur mit Solarstrom auf dem Fernseher anschauen zu können, reicht ein Quadratmeter Fotovoltaik auf dem Dach aus. Wer also vor der WM noch schnell eine Fotovoltaikanlage installieren möchte, findet in der VDI 6012 Blatt 2 die Grundlagen zu Planung, Errichtung, Inbetriebnahme, Nutzung, Betrieb, Instandhaltung und Wartung.

Update 2021: Informieren Sie sich über aktuelle Trends und Entwicklungen in der Publikation „Fotovoltaik im Energiesystem – Der Joker der Energiewende?“.

Iris Lindner

Viele Fotovoltaikanlagen können vollständig wiederverwertet werden.

Autorin: Diplom-Ingenieurin (FH) Iris Lindner

Kommentare

Inzwischen haben 13 Leser einen Kommentar hinterlassen.
Richard | 04.07.2020

Die Solarenergie ist wirklich eine gute Lösung für Häuser, auch wenn man für Fotovoltaikanlage keine große Fläche hat. Es ist wichtig, die Sonneneinstrahlung zu messen, damit man weiß, wo die Anlagen eingebaut werden können. Danke für die Information über Solarzellen für Häuser!

freundedersonne | 11.11.2019

Hallo interessanter Beitrag! Bin auf meiner Recherche zu Photovoltaik Anlagen auf den Blog gestossen. Sehr lesenswert. Viele Grüsse

Stefan | 19.09.2019

Wenn das Deutschlands Ingenieurblog zum Thema Photovoltaik ist, hoffe ich das die Chinesen schnell ablösen.
Möchte selbst installieren. So flach diskutiert habe ich das Thema bisher nicht gefunden.

Tom Vogt | 15.04.2019

Solar Energie ist wirklich eine tolle Sache und ich finde dieses sollte weiter gefördert werden von der Regierung. Schließlich ist das eine weitere Energiequelle die gefördert werden muss. Ich hatte mal so eine Powerbank mit solar Modul das war wirklich gut.

helga | 18.03.2019

Wir machen uns Gedanken über eine Photovoltaikanlage. Die Argumente klingen ja echt überzeugend! Vielen Dank dafür! Bei den Freunden haben wir die im Verbrauch gesehen. Mit dem Speicher geht es ja echt gut!

Emma | 17.01.2019

Der Dachgeschossausbau ging bei meinem Haus direkt mit der Installation der Solarpaneele einher. Das Decken des Daches war sowieso notwendig und etwas mehr Platz benötigte ich auch.

Thomas | 10.12.2018

Ich bin ein großer Fan von erneubaren Energiequellen. Jetzt habe ich vor, eine Solaranlage auf meinem Gartenhausdach einbauen zu lassen. Was ich bei einer Solaranlage besonders gut finde, dass sich die Solarzellen vollständig wiederverwerten lassen.

greenING FH Rosenheim | 09.05.2017

Hallo,
bitte folgenden kleinen Tippfehler mit großer Wirkung beheben:
alt: 1,5 × 1018 kWh Solarenergie.
neu: 1,5 × 10^18 kWh Solarenergie.

Mit erneuerbaren Grüßen
greenING FH Rosenheim

Adrian | 09.05.2017

Das 700 Quadratmeter in der Sahara ausreichen und 1,5*1018 kWh Solarstrom jährlich auf die Erdoberfläche fallen sind wirklich 2 von 5 Fakten die ich noch nicht kannte...

Stephan Hasselbach | 27.11.2014

Hallo Herr Noss,

danke für den Hinweis. Wir korrigieren das.

Viele Grüße
Stephan Hasselbach

Roland NOSS | 27.11.2014

Das man für den Weltenergiebedarf mit Solarstrom nur 700 Quadratmeter in der Sahara benötigt halte ich für unrealistisch. Handelt es sich hier um einen Tippfehler ? Sind das 700 Quadratkilometer?

MfG
Roland Noss

VDI | 27.05.2014

,,Solarthermie und überhaupt Wärme aus erneuerbaren Energien ist in der Tat ein wichtiges Thema. Im Allgemeinen beschäftigen wir uns zu sehr mit dem Strom aus regenerativen Energien, aber zu wenig mit der Wärme aus regenerativen Energien. Sicherlich spielt die Debatte über das EEG eine Rolle, dass die Solarthermie einen hohen Umsatzrückgang aufweist. Im europäischen Raum sieht die Marktsituation ähnlich aus. Im besten Fall stagniert der Solarthermie-Markt, was u.a. auch mit der Finanzkrise zu tun hat (s. Frankreich, Spanien, Italien, Griechenland)
Bei der Solarthermie hat man zwar erreicht, dass die Kollektorproduktionskosten seit 1995 halbiert sind. Dennoch die Systempreise stagnieren. Was wir bei der Solarthermie brauchen, ist ein größeres Marktvolumen, höhere Nachfrage und stärkeren Wettbewerb. Voraussetzung dazu ist die Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Solarthermie als System. Eine Reduzierung der Produktionskosten einzelner Komponenten reicht nicht aus. Die gesamten Investitionskosten sollen für den Endverbraucher günstiger werden.
Ferner soll der Endkunde wissen, wie viel er an Brennstoff spart, wenn er Solarthermie einsetzt. Daher braucht man eine Ertragsüberwachung.
Anwendungspotenziale für Großanlagen für Mehrfamilienhäuser, Hotels, Altenheime, Krankenhäuser usw. bleiben aus ökonomischen Gründen ungenutzt. Die kurz- und langfristige Wärmespeicherung müssen auch weiter entwickelt werden. Neben Ausbau von F&E sind weitere Anstrengungen im Rahmen des Marktanreizprogramms und der EEWärmeG erforderlich.

Weitere Details hinsichtlich Stand der Solarthermie, Perspektiven und Handlungsbedarf können Sie im "Statusreport regenerativer Energien in Deutschland" finden. Den Bericht können Sie kostenlos runterladen: http://www.vdi.de/fileadmin/vdi_de/redakteur_dateien/geu_dateien/FB3/StatusreportFA-RE2012.pdf

Der VDI trägt mit der Setzung von technischen Richtlinien dazu bei, dass technische Hindernisse bei der Planung, Installation und Nutzung von Solarthermieanlagen überwunden werden.

Dipl.- Ing. Jörg Linnig | 24.05.2014

Danke für die Informationen.
Neben der Nutzung der Solarenergie für die Erzeugung von elektrischem Strom (Fotovolatik)ist auch die direkte thermische Nutzung eine wichtige Alternative. Leider ist zur Zeit festzustellen, dass mit der negativen Berichterstattung über die Fotovoltaik in Verbindung mit dem EEG auch die Solarthermie erheblich darunter zu leiden hat. Die Branche spricht von etwa 30-40 % Umsatzrückgang.

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